220Geschichte der Griechen,landes eine Freistätte von den Athenern zu Naupac-tus eingeräumt worden war. Diese Besatzung, ver-stärkt durch die Blüthe der Jugend von Naupac-tus, beunruhigte die Lacedämonier durch unaufhör-liche Streifzüge in ihr Gebiet; die Heloten einge-denk des alten Eigenthums ihrer Vorältern, empör-ten sich, und so ward der Besiz von Pylus verderb-lich für Sparta, das jezt keine dringendere Angele-genheit hatte, als den Krieg so schnell als möglich zuendigen. Es wurden mehrere Gesandtschaften nachAthen abgeschikt, aber das Glük der Athener vermög-te sie, Bedingnisse zu fordern, die das Maas der Bil-ligkeit überschritten. Die Feindseligkeiten wurden nunmit abwechselndem Glücke noch drei Jahre fortgesezt;die Athener eroberten unter der Anführung des Nici-as die Insel Cythera; den größten Theil der Bewoh-ner, der aus Lacedämoniern bestand, versezten sie aufeine andere Insel, die übrigen behielten ihren Wohn-ſiz gegen jaͤhrlichen Tribut.Ein Anschlag der Athener, Böotien zu erobern,das im Bunde der Peloponneser die alte nachbarlicheFeindschaft mit Athen thätig unterhielt, mißlang durchden Verlust der Schlacht bei Delium, in welcher dieTheber unter Pagondas Anführung siegten. Deliumward belagert, und seine aus Holz gebauten Wälledurch ein langes Rohr in Brand gestekt, an dessen ei-nem Ende ein Gefäß mit brennbarer Materie gefüllt,an dem andern aber ein Blasbalg angebracht war. DieStadt ward erobert, und die Besatzung, unter derzweihundert Athener waren, fiel in die Gefangenschaft.Zu derselben Zeit, als die Athener in Böotiengeschlagen wurden, traf sie ein eben so empfindlicherVerlust in ihren östlichen Besitzungen. Die Bewohnerder Städte in der Provinz Chalcis waren schon imAn⸗
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