219Siebenzehnter Abschnitt.und litt besonders Mangel an Wasser, denn die einzigeQuelle in der Stadt reichte der Besatzung kaum dasnothwendigſte Bedürfniß.In dieser Lage bot sich Kleon, der in Athen alsein feiger Mann bekannt war, zum Anführer an, undversprach binnen zwanzig Tagen die auf Sphakteriaeingeschlossenen Sparter gefangen nach Athen zu brin-gen. Man lachte über diesen Antrag, aber man konn-te hoffen, daß entweder diese Tollkühnheit dem De-magogen zum Verderben gereichen, oder daß er durcheinen Zufall glüklich seyn könne. Wirklich begünstigteihn der Zufall, denn kaum war er mit einer SchaarLeichtbewaffneter zu Pylus angekommen, als der Wald,der die Insel bedekte, durch die Unvorsichtigkeit derPeloponneser in Brand gerieth, und dem Demosthe-nes die Schwäche der Besatzung entdekte. Er landetesogleich mit dem Kleon, und trieb nach einem hartnä-ckigen Kampf die Sparter auf einen Felsen, der ge-rade Pylus gegenüber lag. Hier vertheidigten diesesich mit dem Muthe der Verzweiflung, aber die indem Heere der Athener befindlichen Messener entdek-ten einen Fußsteig, auf welchem man den Sparternin den Rücken kommen konnte; auch jezt noch leistetensie verzweifelnden Widerstand, und ergaben sich nichteher, als bis sie aus dem Lager vor Pylus die Er-laubniß erhielten, mit den Feinden zu unterhandeln.Von vierhundert und zwanzig Lacedämoniern, die aufder Insel vor der Belagerung standen, waren in demlezten Treffen hundert und achtundzwanzig gefallen.Die Anzahl der Gefangenen betrug folglich nicht ganzdreihundert, unter denen hundert und zwanzig Bürgerder Stadt Sparta waren. Sie wurden sämmtlichnach Athen abgeführt. Auf Pylus blieb eine Besaz-zung, die größtentheils aus den Abkömmlingen jenerMessener bestand, denen nach dem Unglük ihres Vater-lan-
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