Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
218
Einzelbild herunterladen
 

.Geschichte der Griechen,213die Auslieferung der peloponnesischen Flotte, dieaus beiläufig sechzig Schiffen bestand. Diese enteh-rende Forderung ward zugestanden, und dagegen er-hielten die Lacedämonier die Erlaubniß, ihre auf derInsel eingeschlossene Mitbürger mit Lebensmitteln zuversehen, so lange der Waffenstillstand dauern würde.Die Gesandten von Sparta erschienen nun zuAthen vor der Versammlung des Volkes. Wider dieGewohnheit ihres Landes führten sie in einer weitläu-figen Rede die Gründe an, wodurch Athen und Spar-ta bestimmt werden müßten, einen für beide Staatenverderblichen Krieg zu beendigen. Wenn schon bisjezt keine der beiden Partheien auf das Aeusserste ge-bracht sey, so hätten sie sich dennoch wechselweise un-heilbare Wunden geschlagen. Wenn Athen jezt denFrieden unter billigen Bedingnissen annähme, so wür-de sein Ruhm vergrößert: wenn es den Frieden ver-werfe, so kenne man den Urheber des Krieges, undalle Unglüksfälle der Zukunft seyen durch ihn verschul-det. Kein Staat in Griechenland sey vermögend,Athen und Sparta zu widerstehen, wenn sie untersich einig wären. Die Athener, stolz im Gefühl ih-res Sieges, und verleitet durch den heftigen Charak-ter des Kleon, forderten als Vorbereitung zu demFriedensschlusse, daß die auf der Insel Sphakteriaeingeschlossenen Sparter, nach Athen gebracht, unddaß verschiedene von den Peloponnesern besezte oderden Spartern gehörige Städte übergeben werden soll-ten. Diese Forderungen schienen nicht annehmbar,und die Gesandten kehrten zurük. Die Athener lie-ferten die ihnen als Unterpfand übergebene Flotte nichtaus, und beide Theile rüsteten sich aufs neue zurFortsetzung des Kampfes. Sphakteria wurde engeeingeschlossen, aber Demosthenes war in Pylus vonder Landseite durch das Heer von Lacedämon belagert,und