Geschichte der Griechen,216Insel, durch Plünderung und Zerstörung beständigeFeindseligkeiten gegen ihre Unterdrücker. Sie verlie-ßen nach kurzer Zeit diese Besitzungen wieder, undlandeten sämmtlich auf Corcyra; fest entschlossen, ihrvoriges Eigenthum wieder zu erobern oder zu sterben,verbrannten sie ihre Schiffe, besezten den Berg Istho-ne, und beschränkten durch die Streifzüge, die sie imGebiete von Corcyra machten, die Einwohner dieserStadt auf ihre Mauern.Indessen ward Athen abermals von der Pest er-griffen, die ausser einer unbekannten Zahl von Bür-gern über fünftausend Krieger wegraffte. Heftige Erd-erschütterungen und ungewöhnliche Stürme auf derSee ängstigten die Bewohner von Attica; volkreicheStädte wurden ein Raub der Fluthen, und die Na-tur schien in gleichem Aufruhr wie die sich befehdendenMenschen. Die beiden Häupter des Krieges, Athenund Sparta, waren das Spiel wilder Leidenschaften,und der Gedanke an Frieden schien sich nicht mit denGefühlen zu vertragen, die ein falscher Begriff vonEhre in ihren Bürgern immer lebendig erhielt.Imsechsten Jahre dieses Vertilgungskrieges machte De-mosthenes, der damals den Oberbefehl über eine Ab-theilung des Heeres der Athener zu Naupactus führ-te, einen unglüklichen Streifzug nach Aetolien undAmbracien; aber im folgenden Jahre, als die Aetolierund Ambracier diesen Feldherrn in Naupaktus bela-gerten, theilte er durch kluge Anstalten ihre Macht,und schlug sie auf ihrem Rükzuge. Nach dieser Un-ternehmung, durch die er sich in der Gunst seinerMitbürger festsezte, begleitete er die unter dem Eu-rymedon und Sophokles nach Corcyra und Sicilienbestimmte Flotte. Auf der Küste des Peloponnes wur-de die Flotte durch widrige Winde an der Fortsetzungihres Laufes gehindert. Demosthenes schlug den Be-fehls-
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