215Siebenzehnter Abschnitt.Vorschlag des tapfern Brasidas Corcyra anzugreifen,sezte Alcidas blos einige Truppen an das Land, undließ die Gegend verwüsten. Er wagte keinen Angriffund schiffte seine Krieger wieder ein; nun erhielt erdurch Feuersignale Nachricht von der Annäherung ei-ner athenischen Flotte. Er gieng sogleich unter Se-gel, und eilte an der Küste bis gegen Leucadien fort.Aber er wagte nicht, das Vorgebirge dieser Halbin-sel zu umsegeln, sondern ließ seine Schiffe über dieschmale Erdzunge (die jezt von der See weggespültist) ziehen, und floh nach dem Cyllenischen Hafen.Die Flotte der Athener war nun vor Corcyraangelangt; ihr Befehlshaber Eurymedon begünstigteoder unterstüzte die Rache, die der wüthende Pöbelan den Anhängern von Sparta nahm. Jene, die aufder Flotte waren, wurden in die See geworfen; die,so sich in der Stadt befanden, wurden in den Stras-sen gemordet. Man schonte nur jene, die sich in dieTempel flüchteten, aber als fünfzig von diesen vomHunger getrieben, den Tempel der Juno verließen,wurden sie vor Gericht gezogen und sämmtlich ermor-det. Auf diese Nachricht tödteten sich die in den Tempelnzurükgebliebenen unter einander selbst. Sieben Tage langwährten diese gräßlichen Mordscenen in der Stadt undauf der Insel. Nicht die Verschiedenheit politischerGrundsätze war die Triebfeder dieser Grausamkeiten.Privatrache und Habsucht, trieben hier ihr fürchterlichesSpiel, Schuldner ermordeten ihre Gläubiger, Aelternihre Kinder, und Kinder ihre Aeltern. Nur fünfhundertdieser Unglüklichen, die sich auf den in dem lezten Seege-fechte zu den Peloponnesern übergegangenen Schiffen be-fanden, retteten sich aus dem allgemeinen Blutbade.Sie nahmen einige zu Corcyra gehörige Gebiete aufdem der Insel gegenüber liegenden festen Lande in Be-siz, und übten von hier aus durch Landung auf derIn-
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