204Geschichte der Griechen,die aus Plataea gezogen waren, kamen zweihundertund zwölf in Athen an; sieben waren aus Furcht indie Stadt zurükgekehrt, und nur ein Bogenschüze waram Rande des äussersten Grabens in die Hände derFeinde gefallen. Die in der Stadt zurükgebliebenenglaubten, verleitet durch die wenigen, die aus Furchtzurükgekehrt waren, ihre Gefährten seien sämmtlichbei dem Versuche zur Flucht umgekommen; sie ver-langten von den Belagerern die Leichname, und er-fuhren jezt den glüklichen Ausgang der Unternehmung.Als gegen das Ende des folgenden Feldzugs diekleine Besatzung keine Lebensmittel mehr hatte, ergabsie sich auf die Bedingniß, daß sie nur nach rechtlicherUntersuchung und Urtheil behandelt würde. Es wur-den hiezu fünf Abgeordnete von Sparta gesandt. Nunfragte man die Platäer blos, ob sie den Lacedämo-niern und ihren Verbündeten in diesem Kriege irgendeine Hülfe geleistet hätten? Jezt sahen die Platäer,daß die, von denen sie rechtliche Untersuchung erwar-tet hatten, von ihren alten Feinden, den Thebern,geleitet, ihren Untergang beschloßen hatten. Bestürztüber diese Entdeckung konnten sie blos die Lacedämo-nier an die Dienste erinnern, die sie in dem Gefechtbei Artemisium und in den Schlachten bei Marathonund Plataea dem ganzen Griechenlande geleistet, undan das, was sie zur Zeit des Erdbebens und derdarauf gefolgten Empörung der Sklaven für Spartabesonders gethan; die Ursache ihres Bundes mit Athensey blos in der Feindschaft Thebens zu suchen, gegenwelche sie die Lacedämonier oft vergebens um Beistandangerufen hätten; wollte man ihnen auch dieses alsVerbrechen anrechnen, so dürfe man doch das Anden-ken ihrer frühern Verdienste nicht unterdrücken. Siesagten: „Werft eure Augen auf die Denkmäler eurerVorfahren; wir haben ihnen alle Ehren erwiesen, diewir
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