203Sebenzehnter Abschnitt.taea zurükblieben, ward die Bewachung der einen Hälf-te der Mauer anvertraut.Die Belagerten, die jezt auf die kleine Anzahlvon vierhundert Eingebohrnen und hundert Athenernzusammengeschmolzen waren, und nun allmählig dieHoffnung zum Entsaz verloren, faßten den Ent-schluß, sich durchzuschlagen. Doch nur die Hälfte hatteden Muth, dieses Unternehmen, das einzige, was sieretten konnte, auszuführen, und es gelang ihnen voll-kommen. Sie verfertigten Leitern, die mit der Mauergleiche Höhe hatten, und verließen in einer stürmischenNacht die Stadt. Die Leitern wurden in größterStille in den Graben gebracht, und zwischen zweiThürmen an die Mauer gelehnt, die wegen dem hef-tigen Regen und Sturm unbewacht war. Zwölf leichtBewaffnete erstiegen die Mauer, und griffen sogleichdie Wachen zweier Thürme an. Diese wurden mitDolchen niedergestossen, und die Thürme erobert. In-dessen war die Mauer von mehreren erstiegen, als dasHerabfallen einiger Ziegelstücke die Wachen auf dennächsten Thürmen aufmerksam machte. Es wurden Fa-ckeln auf die Seite gegen Athen ausgestekt, weil manglaubte, die Flüchtlinge würden sich dahin wenden,aber die in der Stadt zurükgebliebenen verwirrtendiese Maasregel durch das Ausstecken anderer Feuer-zeichen. Die Belagerer wußten nicht, wohin sie sichwenden sollten. Indessen hatten die Platäer den jen-seits der Mauer liegenden Graben überstiegen, undſich auf den Weg gegen Theben gezogen; ſie bemerk-ten, daß eine Abtheilung der Belagerer mit Fackelnversehen, auf der Strasse gegen Athen ihnen nachsezte,und wendeten sich erst dann von dem Wege nach The-ben ab, als ſie bei dem Scheine der Fackeln die Fein-de von ihrer fruchtlosen Verfolgung nach dem Lagerzurükkehren sahen. Von zweihundert und zwanzig,die
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