Geschichte der Griechen,202nachdem er bei einem feierlichen Opfer die Götter zuZeugen aufgefordert hatte, daß Sparta den Kriegnicht veranlaßt habe. Er ließ einen Damm auffüh-ren, dessen Grundlage abgehauene Bäume bildeten, de-ren Aeste gegen die Stadt gekehrt waren; eine Artvon Verhau, um die Ausfälle der Belagerten zu er-schweren oder zu verhindern. Dieser Damm war mitErde überlegt, und stark genug, um die Kriegsma-schinen zu tragen, bestimmt die Mauern der Stadt zuzerstören. Das ganze Heer war siebenzig Tage langmit dieser Arbeit beschäftigt.Die Belagerten erhöhten dagegen ihre Wälle, umvon oben herab die Feinde abzuwehren, und die Wir-kung der Mauerbrecher zu hemmen. Diese Erhöhunder Wälle war von Holz und mit Thierhäuten überzo-gen, um dem Feuer zu widerstehen, dessen sich die Be-lagerer bedienten. Es wurden Schlingen aus Seilenverfertigt, und um die Balken geworfen, an denendie Mauerbrecher befestigt waren. Dadurch wurdendie Stöße gegen die Mauern entkräftet. Die Bela-gerten führten innerhalb ihrer Wälle eine zweite Be-festigung auf, und vernachläßigten keine Gelegenheit,ihren Feind zu beschädigen. In der That ermüdetendie Lacedämonier an der kraftvollen Vertheidigung die-ser Stadt; sie sahen, daß es unmöglich sey, dieselbemit Gewalt zu erobern, und da selbst ihre Versuche,sie in Brand zu stecken, mißlungen waren, so beschlos-sen sie die Belagerung in eine Sperrung zu verwan-deln. Sie umgaben daher die Stadt mit einer Mau-er von gebrannten Steinen, und zogen um dieselbeauf jeder Seite einen tiefen Graben; in gleicher Ent-fernung wurden Thürme aufgeführt, und mit Wachenbesezt; für diese Besatzungen ließen die Sparter eineAnzahl von Kriegern zurük, die übrigen zogen mitdem Könige nach Hause. Den Thebern, die vor Pla-taea
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