201Siebenzehnter Abschnitt.peloponnesischen Heeres, und noch mehr die Tapferkeit,die Ausdauer und der sinnreiche Widerstand der kleinenBeſatzung, die fünf Jahre lang jeden Angriff rühmlichvereitelte, endlich die unmenschliche Behandlung derdurch Hunger zur Uebergabe gezwungenen kleinen An-zahl der Vertheidiger, das ehrlose Verfahren der The-ber, und die Zerstörung einer Stadt, die nebst Athenallein bei der Schlacht von Marathon die allgemeineAngelegenheit Griechenlands rühmlich vertheidigt hatte,die jezt ein Opfer von Sparta's finsterer Staatskunstward, sind ein würdiger Gegenstand der Geschichte.Potidaea war von den Athenern erobert, und sei-ne Bürger in verschiedene Städte von Chalcis zerstreut,wo sie die Feinde Athens verstärkten, und ihre Rache ge-gen diese Stadt nährten; die Lacedämonier rükten jeztvor Plataea; sie verwüsteten die Gegend, und umring-ten die Stadt. Die Bürger sandten Abgeordnete anden König Archidamus; sie stellten ihm vor, wie un-gerecht der Angriff gegen eine Stadt sey, die vonSparta selbst einst ihre Freiheit erhalten habe. Archi-damus verlangte dagegen, Plataea sollte dem Bünd-nisse mit Athen entsagen, und sich mit Lacedämon ver-binden, welches Kraft und Willen hätte, sie zu schützen.Die Abgeordneten konnten diesen Antrag nicht bewilli-gen; Plataea war seit einem Jahrhundert im Bündnißmit Athen, und jezt, da man vorsah, die Stadt wür-de belagert werden, waren die Frauen und Kindernach Athen und auf die zunächst gelegenen Inseln ge-bracht worden, folglich in der Gewalt der Athener,die jezt den Abgeordneten feierlich ihren Beistand zu-sagten. Ermuntert durch diese Hoffnung beschlossendie Bewohner von Plataea, sich muthig zu verthei-digen.Archidamus begann nun die Stadt einzuschließen,nach=
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