Sechzehnter Abschnitt.195ben ernannt. Er berief die Anführer, lobte ihren Ei-fer und die Schnelligkeit, mit der sie ihre Krieger ver-sammelt hatten, und suchte ihren Muth durch dieDarstellung ihrer guten Verfassung zu ermuntern; erermahnte sie jedoch zur Vorsicht gegen den kühnen,unternehmenden Geist der Athener, die jede Gelegen-heit ergriffen, Vortheil über die Feinde zu erringen.Jezt sollten sie muthig in das Gebiet von Athen ein-rücken, doch mit der Vorsicht; die gegen einen ta-pfern, gewandten und listigen Feind nöthig sey.Das Heer antwortete mit frohem Beifallsrufen, undso begann der Krieg, der Griechenlands Untergangherbeiführen sollte. Er ward angefangen in einerArt wahnsinnigen Entzückens, und die kurzsichtigenBewohner dieses schönen Erdstriches, gegen die ver-geblich der ganze Orient auf den Kampfplaz getretenwar, vernichteten sich selbst durch innere Zwietracht.Perikles rüstete sein kleines Heer, das kaum aussechzehntausend Mann bestand, und folglich der drei-mal stärkern Anzahl der Feinde nicht im offenen Feldeentgegen treten konnte. Archidamus lagerte mit sei-nem ganzen Heer vor Oenoe; während er vor dieserStadt lange Zeit fruchtlos den Muth seines Heereserkalten ließ; verheerten die Athener ihr eigenes Ge-biet, schafften alle Vorräthe in die Hauptstadt undandere befestigte Orte, vermehrten die Verschanzun-gen, und suchten die Unerfahrenheit ihrer Feinde inder Belagerungskunst zu ermüden. Alle Geräthschaf-ten von Werth, ihr Vieh, Ackerzeug und Lebensmit-tel, wurden in die Hauptstadt oder auf die nächstenInſeln gebracht; die durch die perſiſche Beute herrlichgeschmükten Landsitze; und sogar die Dörfer wurdenabgetragen und zerstört. Perikles besorgte, die Fein-de möchten ihn bei seinen Mitbürgern in Verdachtbringen, wenn sie seine eigenen Besitzungen verschon-ten,N 2
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten