Geschichte der Griechen,190und die Megarer, die durch eine Verordnung von demMarkte Athens ausgeschlossen waren, sollten zum Ein-kauf der Lebensbedürfnisse zugelassen werden; die här-teste Forderung war, Athen sollte alle seine Pflanz-städte für unabhängig erklären, und ihnen gestatten,sich nach ihren eigenen Gesetzen zu regieren.Diese Bedingniß, durch welche sich die Sparterdes obersten Richteramtes über Athen anzumaßen schie-nen, verwundete den Ehrgeiz und die Eitelkeit derAthener so tief, daß es nur wenig Mühe bedurfte, siezum Kriege zu bestimmen. Perikles; dessen Ansehen,wie wir bereits erzählt haben, in diesem Zeitpunktebereits geſunken war, fand kein anderes Mittel, ſichauf seinem Posten zu erhalten, als den Krieg. Erstellte dem Volke vor; die Lacedämonier ließen ihmnur die Wahl zwischen Krieg und Unterwerfung; jedeNation, die der andern Gesetze vorschreiben wolle, bie-te ihr entehrende Fesseln; die geringste Nachgiebigkeit.würde die Forderungen verdoppeln, und noch erniedri-gendere Bedingnisse erzeugen. „Was habt ihr wohlvon einem Haufen von Völkerschaften zu fürchten,sprach er, die aus den verschiedensten Beweggründensich zu diesem Bunde gegen uns vereinigt haben; jedesGlied des Bundes denkt auf ſeinen eigenen Vortheil,dies erzeugt Langsamkeit bei ihren Beschlüssen; undVerwirrung in der Ausführung.“ Perikles rieth hier-auf seinen Mitbürgern, so wie vormals Themistokles,dem Landkriege, den die Peloponneser ohnehin nichtlange aushalten könnten; den Seekrieg entgegen zusetzen; die Feinde würden in Attika einfallen; aber dieFlotten Athens würden ihre Küsten verheeren und plün-dern. Sie würden ihren Verlust schwerlich ersetzenkönnen; Athen hätte in den ihm unterwürfigen Inselnund in seinen Pflanzstädten Grund und Boden genugzum Anbau. Er rieth den Athenern, den FeindenAtti⸗
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