ren ihn.
Sechzehnter Abschnitt.189handlungen erwarteten. Entfernt euch nie von denVorschriften unserer Väter, übereilet euern Beschlußnicht, und entscheidet nicht in einem Augenblik derLeidenschaft über euern Wohlstand, über euern Ruhm,über das Blut so vieler Bürger, und über das Schik-ſal der Voͤlker.Der Eindruk, den des Königs gemäßigte Redeauf die Versammlung machte, verschwand bald vor demUmgestümm eines der Ephoren; Sthenelaidas war derName dieses Mannes; er schilderte die Athener alsdie Unterdrüker der Freiheit Griechenlands, und for-derte die Lacedämonier auf, den Krieg zu erklären,um den Ungerechtigkeiten und dem Ehrgeiz der Athe-ner ein Ziel zu setzen. Der Krieg ward nun beschlos-sen, doch vergieng noch ein Jahr, ehe die nothwendi-gen Verfügungen getroffen waren, und die Mitgliederdes peloponnesischen Bundes ihre Rüstungen geordnethatten. Diese Zeit ward mit Gesandtschaften vonSparta nach Athen zugebracht, die blos die Absichthatten, zur Rüstung Zeit zu gewinnen, dem Kriegeeinen Schein der Rechtlichkeit zu geben, und die Athe-ner mit der Hoffnung zu täuschen, der Friede könnefortdauern. Die Sparter forderten anfänglich die Ver-weisung der Abkömmlinge jener Männer, die vor bei-nahe zweihundert Jahren durch Ermordung der Anhän-ger des Cylon (598 J. v. C. Geb.) den Tempel derMinerva entweiht hatten. Dieser Antrag war nichtsals ein Vorwand, den Perikles, der aus einer dieserFamilien abstammte, aus Athen zu entfernen, undhierdurch dem Volke seine vorzüglichste Stüze zu rau-ben; aber die Athener warfen den Spartern ähnlicheVernachlässigung der den Göttern schuldigen Ehrfurchtvor; nun traten die Sparter mit ihren Forderungenauf: Potidaea ward noch immer belagert; diese Belage-rung sollte aufgehoben werden. Aegina sollte frei gegeben,und