Geschichte der Griechen,133Natur des Menschen, die Herrschaft von Tyrannenleichter zu ertragen, als die Befehle der Mitbürger;die sanfte Regierung Athens habe mehrere von ihm ab-hängige Städte zum Aufruhr und Abfall verleitet, weilsie geglaubt hätten, dies ungestraft ausführen zu kön-nen, aber diese Städte zu bestrafen, und dadurchkünftigen Meutereien vorzubeugen, sei keinem Staatezu verargen. Es sey Gesez der Natur, daß derStärkere den Schwächeren regiere. Wenn Athen an-gegriffen würde, so wisse es den Angriff zurük zuweisen, und es würde sein Ansehen mit eben der Thä-tigkeit aufrecht zu erhalten wissen, mit der es dasselbegegründet habe. Noch sey es aber Zeit, die Strei-tigkeiten gütlich beizulegen, wie die Verträge es forderten.Nach dieser Rede verließen die Gesandten dieVersammlung. Die Stimmung des Volkes von Lace-dämon schien den Krieg zu verlangen; indessen suchteArchidamus, der König von Sparta, jeden raschenEntschluß zu verhüten; er stellte dem Volke vor, mansey zum Kriege nicht gerüstet, man besitze keinenStaatsschaz und keine Flotte. Die Verbündeten derAthener seyen meistens Bewohner von Inseln und vonentfernten Küsten, die man nur dann mit Erfolg be-kämpfen könne, wenn man die Herrschaft des Meeresbesitze. Wir können, sprach er, die Provinz Attikaverheeren; aber glaubt ihr, daß eine verlorne Ernte,die durch den blühenden Handel so leicht ersezt wird,Athen zum Frieden bestimmen werde? Ich fürchte,wir werden diesen Krieg unsern Kindern als einunglükseliges Erbtheil hinterlassen. Ehe wir die Waf-fen ergreifen, laßt uns Gesandte nach Athen sendenund Unterhandlungen beginnen. Die Athener habenuns so eben diesen Weg vorgeschlagen, und es wäreungerecht, ihn abzuweisen. Indessen werden wir unsrüsten, als wenn wir keinen Erfolg von den Unter-hand-
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