Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
186
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135Geschichte der Griechen,war. Die Athener sandten eine Botschaft nach Poti-daea, welche die Niederreissung der Mauern, Zurüksen-dung der nach alter Gerechtigkeit jährlich von Korinthgesandten Obrigkeiten, Verbot, jemals dergleichen wie-der anzunehmen, und Geisseln für künftige Treue undUnterwürfigkeit von den Bewohnern forderte. Die Po-tidaeer sandten zwar Abgeordnete nach Athen, um denWiderruf dieses harten Befehls zu bewirken, aber sie ba-ten zu gleicher Zeit um Hülfe bei Korinth, das ihnenauch zweitausend Mann schikte. Als nun die Abgeord-neten von Potidaea fruchtlos zurükkehrten; trat nicht nurdiese Stadt, sondern auch mehrere benachbarte von demBunde mit Athen ab, und verstärkten die Verbindung,die sich jezt in dem Peloponnes gegen Athen zu bildenbegann.Eine Flotte, dreisig Galeeren stark, ward von Athengegen Potidaea abgesandt, dieser folgte eine zweite vonvierzig Kriegsschiffen, mit einem Heere Landtruppen un-ter Anführung des Kallias. Die Potidaeer zogen die-sem Heere entgegen; es wurde eine Schlacht bei Olinthgeliefert, in welcher der Anführer der Athener getödtetwurde. Die Potidaeer wurden jedoch besiegt, und inihre Stadt getrieben. Diese Schlacht ist darum merk-würdig, weil Sokrates hier seinem Zögling Alcibiadesdas Leben rettete, und ihm den Preis der Tapferkeitverschaffte. Potidaea ward von den Athenern bela-gert.Die Korinther und ihre Verbündeten im Pelo-ponnes suchten nun Hülfe bei Sparta. Dieser Staat,der das Wachsthum der Macht Athens immer mit nei-dischen Augen betrachtet, aber sich zu schwach gefühlthaben mochte, um öffentlich als Feind aufzutreten,scheint mit geheimer Freude die Gelegenheit ergriffen zuhaben, die sich jezt zu einem mächtigen Bündniß gegenden