185Sechzehnter Abschnitt.sezte, und die Stadt selbst in die Gewalt ihrer Feindebrachte, der aber auch die nächste Ursache des Verfallsund der Unterjochung der griechischen Freistaaten war.Athen hatte zwar während der Staatsverwaltungdes Perikles den höchsten Grad von Ansehen erreicht,aber mit seiner Größe waren zugleich Anmaßung, Un-gerechtigkeit gegen seine Bundesgenossen, Verachtungder Rechte benachbarter Staaten, und alle Gewaltthä-tigkeiten, Folgen der Uebermacht, in gleichem Verhält-nisse gewachsen; eine Fehde zwischen Korcyra und Ko-rinth war seit einiger Zeit entstanden. Die StadtEpidamnus war von Korcyra gegründet, und hattedurch innere Zerrüttung einige ihrer vornehmsten Bür-ger verbannt, die jezt mit den benachbarten Illyriernvereinigt wieder zurükgekehrt waren, und ihre Vater-stadt bedrängten. Epidamnus verlangte Hülfe vonKorcyra, und als diese abgeschlagen wurde, begab sichdiese Stadt in den Schuz von Korinth. Nach demStaatsrechte der Griechen durfte keine fremde Machtsich in die Streitigkeiten eines Staats mit seinen Ko-lonien mischen, und Korcyra war eine korinthische Ko-lonie. Aber diese Stadt besaß eine beträchtliche Flotte;sie konnte die Unternehmungen Athens gegen Italien durchihre Lage begünstigen, und hatte jezt Hülfe gegen Korinthverlangt und erhalten. Die Korinther hatten ihre Pflanz-stadt bezwungen, und sowohl in einem glüklichen See-treffen, als auch in der Stadt Anactorium eine großeAnzahl Bürger von Korcyra gefangen, aber sie besorg-ten die Rache der Athener, und ermunterten die Be-wohner der Küste von Mazedonien, deren reiche Wohn-size größtentheils unter der Oberherrschaft der Athenerstunden, zum Aufruhr. Zu gleicher Zeit war die StadtPotidaea, eine Pflanzstadt von Korinth, aber seit eini-ger Zeit unter dem Schuz von Athen, im Verdacht desEinverständnisses mit Perdiccas, dem Könige von Ma-zedonien, der damals in Feindschaft mit Athen begriffenwar.
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