184Geschichte der Griechen,wagten, ihn geradezu anzuklagen, die aber ihre Angriffeauf einige Perſonen richteten, die ſeine Freundſchaftund seinen unmittelbaren Schuz genoßen. So wardPhidias, der berühmte Bildhauer, der die Aufsichtüber die öffentlichen Kunstwerke in Athen hatte, ange-klagt, daß er einen Theil des Goldes entwendet ha-be, das zum Schmuk der Bildsäule Minervens bestimmtwar; seine Rechtfertigung ward nicht hinlänglich be-funden, und er starb im Gefängniß. Anaxagoras, derehemalige Lehrer des Perikles und nun dessen Freund,ward der Gotteslästerung beschuldigt, und entzog sichdurch die Flucht der Verurtheilung; selbst die berühmteAspasia, die Gemahlin des Perikles ward angeklagt,durch ihre Reden die Religion herabgewürdigt, unddurch ihre Sitten die Tugend der athenischen Frauengefährdet zu haben. Perikles hatte die ganze Machtseiner Beredsamkeit aufgeboten, um diese geliebte Ge-fährtin seines Lebens zu retten, und nur mit vielerMühe gelang es ihm, den Sieg über ihre Anklägerzu erringen. Dieses war jedoch nur das Vorspieleiner ernsthaften Klage gegen ihn selbst. Er ward be-schuldigt, die össentlichen Gelder entweder zu seinemeigenen Vortheil, oder doch eigenmächtig zu unnützenUnternehmungen verwendet zu haben. Es ward ihmaufgetragen, Rechnung über diese Gelder vor den Pry-tanen abzulegen; allein es war erwiesen, daß er seineigenes Vermögen während seiner langen Staatverwal-tung nicht vermehrt hatte; durch die Freigebigkeit gegendie geringen Volksklassen hatte er sich die Zuneigung dergrößten Zahl der Bürger gesichert, und so endigte auchdiese Anklage nur zur Beschämung der Kläger. Indes-sen schien durch diese Vorfälle das Ansehen des Periklesgefährdet, als der berühmte peloponnesische Krieg aus-brach, der fast acht und zwanzig Jahre lang Griechen-land verheerte, Athen von der glänzenden Höhe, diees errungen hatte, in den Zustand der Abhängigkeit ver-ſezte,
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