Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
178
Einzelbild herunterladen
 

Geschichte der Griechen,178nachbarn und immerwährende Feinde von Sparta; dieoffenen Fehden zwischen beiden Staaten ruhten nurdann, wenn sie sich zu neuen Kämpfen bereiteten.Die Bewohner von Argos waren die einzigen unterden Peloponnesern, die zu dem Bunde gegen Persienkeine Mannschaft stellten, man hatte sie vielmehr nichtohne Grund im Verdacht eines Verſtändniſſes mitdem großen König; hierdurch verlor Argos die Ach-tung seiner Nachbarn. Mycenae, die zweite Stadtin Macht und Volksmenge, hatte seine Krieger zu demBundesheer gesandt, und Trözene die Greise, Weiberund Kinder, die aus Athen geflohen waren, edelmüthigin Schuz genommen; dieses erregte den Neid der Ar-giver; sie ergriffen den Zeitpunkt, wo die Bundesge-nossen dieser Städte mit ihren eigenen Angelegenheitenbeschäftigt waren, und zerstörten Mycenge. Daß sieihre eigenen Landsleute und vormaligen Bundesgenossenzu Sklaven machten, iſt ein Beweis der Grauſamkeitjener Zeiten..So wie im Peloponnes die zu einer Provinz gehö-rigen Städte oft gegen einander in ze estörende Kämpfeberwikelt waren, so waren auch die Städte von Böotienmit der Hauptstadt Theben in dauernder Uneinigkeit.Sie betrachteten sich als unabhaͤngige Glieder einer Ver-bindung, aber sie ertrugen nur widerwillig die Oberherr-schaft; welche die Hauptstelot sich anmaßte. Oft ergrif-fen diese Städte selbst gegen die Hauptstadt die Waffen,und vereinigten sich mit den Feinden derselben. Sohaben wir in dem persischen Kriege Theben im Bundemit dem Xerxes, und die meisten Städte Böotiens un-ter den Fahne'n Griechenlands gesehen. Wir haben be-reits erzählt, wie nach der Schlacht bei Plataea Thebenwegen seinem Abfall von der gemeinschaftlichen SacheGriechenlande bestraft wurde. Einige Jahre Hindurchblieb diese Stadt ruhig, als aber die Sparrer nach ei-nem