Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

Fünfzehnter Abschnitt.175ner in Attica anzugreifen, und dadurch die Bewohnerder Insel Thasus von der Belagerung zu befreien.Dieses Erdbeben zerstörte fast ganz Sparta (I. 466vor C. G.), und es wurden gegen zwanzigtausendMenschen in Laconien unter dem Schutt der Gebäudeund durch die vom Taygetus herabrollenden Felsen ge-tödtet. Die Heloten, die von ihren grausamen Ge-bietern in der elendesten Sklaverei gehalten wurden,benuzten diesen Zeitpunkt des allgemeinen Unglüks; sieversammelten sich aus dem ganzen Gebiet von Lacedä-mon, in der Absicht, ihre Unterdrüker zu morden, undsich dann das Land zuzueignen. Als Gefährten derSparter in ihren Kriegen waren sie der Waffen ge-wohnt, und ihre große Anzahl konnte ihnen die Hoff-nung gewähren, sich die Freiheit zu erkämpfen. DieBesonnenheit des Archidamus, der damals in Spartaherrschte, rettete den Staat. Er ließ, als die Helo-ten die Stadt anzugreifen beschlossen hatten, das Zei-chen geben, auf welches jeder Sparter die Waffen zuergreifen gewohnt war. Die waffenfähige Mannschaftfolgte sogleich diesem Rufe; die Heloten erstaunt, stattder gehofften Verwirrung ein wohlgerüstetes und zumKampf bereitetes Heer gegen sich zu finden, zogen sichzurük, und stekten überall die Fahne der Empörungauf. Da sie die Pächter und Handwerker von Spar-ta waren, so verloren die Lacedämonier nicht nur diezur Erhaltung des Lebens nothwendigen Hülfsquellen,sondern alle mechanischen Künste und Gewerbe hörtengänzlich auf. In dieser Lage, die dem Staat einegänzliche Auflösung drohte, suchten sie Hülfe bei ihrenNachbarn. Sie erhielten einige Mannschaft aus Ae-gina und selbst von Plataea; es gelang dem KönigArchidamus, die Empörung auf dem Lande zu däm-pfen, aber die Heloten warfen sich in die StadtIthome, die sie reichlich mit Lebensmitteln versehenhatten. Wir haben bei Gelegenheit des messenischenKrie=