Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
174
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Geschichte der Griechen,174glich dem Pisistratus in Stimme, Gesichtszügen undBetragen, wie in den Kunstgriffen, sich in der Gunstdes Volkes zu behaupten, und übertraf diesen Tyran-nen darin, daß er seine Herrschsucht tiefer verbarg,und sie während dem langen Zeitraum von vierzigJahren ungestört übte. Unter dem Schein der Frei-gebigkeit verschwendete er den größten Theil seines ei-genen Vermögens, aber er fand seinen Ersaz in derHerrschaft über sein Vaterland. Cimon allein warſeinen Abſichten im Wege; er fürchtete den geradenSinn des Zoͤglings des Aristides, suchte ihn immerdurch entfernte Kriege zu beschäftigen, unterstüzte ihnmit Mannschaft, Schiffen und Geld, und als er sieg-reich nach Athen zurükkehrte, ward er angeklagt, erhabe sich von dem Beherrscher Macedoniens bestechenlassen, die Herrschaft von Athen nicht über dieses vor-hin mit den Persern verbundene Land auszudehnen.Cimon trat mit dem Stolze, den das Gefühl einesschuldlosen Herzens erzeugt, vor die Versammlung desVolkes; man verkenne ihn, sprach er, und das Land,das er hätte erobern sollen; andere Heerführer möchtenVerbindungen mit den Mazedoniern und Thessaliernzur Befriedigung ihrer Habsucht unterhalten haben.Er habe solche Verbindungen nie gesucht, aber er läug-ne nicht, daß er die Mazedonier als ein tapferes undtugendhaftes, obgleich armes Volk schäze. Ihm ge-währe es Vergnügen, sein Vaterland mit der Beuteder Feinde zu bereichern, für ihn selbst hätte Reichthumkeinen Reiz. Cimon ward ehrenvoll losgesprochenund bald wieder auf die Bahn des Sieges gerufen, derwährend seiner Entfernung von den Fahnen Athensgewichen war, als sie die Empörung des Inarus inEgypten gegen die Perser mit ihrer Flotte unterstüzten.Wir haben bereits erwähnt, daß Sparta durchein furchtbares Erdbeben verhindert wurde, die Athe-ner