173Fünfzehnter Abschnitt.ersten Rang in Griechenland. Ihre Flotten bedektensiegreich die Meere von den Küsten Egyptens bis anden Pontus, und die muthlosen Perser überließen denasiatischen Griechen den Genuß ihrer neuerworbenenFreiheit.Es scheint nicht, daß zwischen Persien und Grie-chenland Friede geschlossen worden sey. Thucydideserwähnt dessen nicht, und kein Geschichtschreiber machtuns mit den Bedingnissen desselben bekannt. Wahr-scheinlich zogen sich die Perser nach so vielen unglük-lichen Versuchen, Griechenland unter ihre Herrschaftzu bringen, in ihre binnenländische Provinzen zurük;die Griechen hingegen sandten kein Heer gegen sie,und so bestand in der That ein Friede durch wechsel-seitige Entfernung, ohne daß besondere Punkte zwischenden streitenden Völkern festgesezt worden wären.Cimon fand bei seiner Rükkehr nach Athen dieAufnahme nicht, die seinen großen Verdiensten gebühr-te. Während seiner Abwesenheit hatte Pericles, derSohn des Xantippus, der den Sieg bei Mykale er-fochten hatte, sich zwar nicht zu den höchsten Würdenin Athen, aber doch zu einem so hohen Grad vonAnsehen erhoben, daß sein Einfluß auf die öffentlichenAngelegenheiten selbst das Ansehen der Obrigkeitenüberwog. Mit dem Glanze seiner Abstammung unddem Besiz großer Reichthümer verband er eine unge-wöhnliche Bildung. Anaxagoras aus Klazomene hatteihn in der Philosophie unterrichtet, er glänzte, durchhinreissende Beredsamkeit, und hatte diese Kunst, dieer als die Quelle des Ansehens in einem demokratischenStaat mit großem Eifer betrieb, zu einem unnachahm-lichen Grad der Vollkommenheit gebracht. Seine tiefeMenschenkenntniß lehrte ihn, den Leidenschaften derniedrigsten Klassen des Volks schmeicheln, und sichdurch diesen Kunstgriff der Herrschaft bemächtigen. Erglich
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