172Geschichte der Griechen,gegebenes Zeichen zogen sie das Schwert und fielenmit Ungestümm die Feinde an: Schreken und Ver-wirrung verbreiteten sich über das meistens unbewaff-nete Heer; die Besonnensten retteten sich durch dieFlucht, die meisten wurden ohne Widerstand niederge-hauen oder gefangen. Das ganze feindliche Lager fielin die Hände der Sieger, die nun mit reicher Beutenach Athen zurükkehrten. Nach alter Sitte ward der zehnteTheil der Beute den Göttern geweiht; ein Theil fiel demsiegreichen Feldherrn zu, der aber seine Reichthümer edel-müthig zur Verschönerung seiner Vaterstadt verwandte.Der Krieg gegen Persien ward noch zwanzigJahre lang mit gleichem Glüke von den Griechen fort-gesezt. Die Geschichtschreiber erwähnen nicht, daßSparta hieran Theil genommen habe. Dieser Staatblieb wahrscheinlich darum unthätig, weil seit demAufstande gegen Pausanias zu Byzanz die griechischenBundesgenossen den Oberbefehl über ihre Heere und Flot-ten den Athenern übertragen hatten; dem Stolze Spar-ta's, das Jahrhunderte hindurch mit dem Oberbefehlüber die Heere und Flotten des griechischen Gemeinwesensbeehrt war, und auf diesen Vorzug eine Art von Schuz-herrschaft ansprach, versezten diese Verhältnisse eine tödt-liche Wunde. Sparta trat im Gegentheil feindlich gegenAthen in die Schranken, denn als nach der Er-oberung von Eion die Bewohner der Insel Thasus diebisher auf der thrazischen Küste von ihnen betriebenenBergwerke als Eigenthum ansprachen, die Athener hin-gegen das Recht der Eroberung geltend machten, tratThasus von dem Bunde ab, und ward von Cimon be-lagert. Die Thasier wandten sich um Hülfe nach Spar-ta, und schon waren die Lacedämonier gerüstet, in dasattische Gebiet einzufallen, als Sparta durch ein fürch-terliches Erdbeben zerstört, und dadurch der Krieg ver-hindert wurde. Die Athener besaßen jezt unstreitig den
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