170Geschichte der Griechen.Die Stadt ward belagert und bald durch Hunger aufdas Aeusserste gebracht. Boges fand die fernere Ver-theidigung unmöglich; er ergriff einen Entschluß, derin den heissen Erdstrichen nicht ungewöhnlich ist, undvon dem uns besonders die Geschichte Hindostans meh-rere Beispiele liefert. Er versenkte alle seine Schäzein den Strymon, ließ einen großen Holzstoß errich-ten, tödtete seine Frauen, Kinder und Sklaven, zün-dete den Scheiterhaufen an, und stürzte sich in dieFlammen. Die Besazung ergab sich den Siegern, undwurde nach damaliger Sitte zu Sklaven gemacht.Doriscus ward nach langwieriger Belagerung,und erst nach dem Tode des persischen BefehlshabersMascames unterworfen. Diese Eroberungen endig-ten die Herrschaft der Perser auf den Küsten vonEuropa, und der Krieg ward jezt auf die Ufervon Asien versezt. Die Athener unterstüzten ihrenFeldherrn durch Verstärkungen. Die Inseln des ägäi-schen Meeres bewarben sich um seine Freundschaft,die er besonders durch die Vertilgung der Seeräuber,die ihren Siz auf der kleinen Insel Scyrus hatten,und durch sein leutseliges und gerechtes Betragen ge-gen alle Bundesgenossen verdiente; die Jonier, die inihm ihren Schüzer und Befreier erkannten, vereinig-ten ihre Schiffe mit seiner Flotte, die nun dreihun-dert Schiffe stark an den Küsten von Karien und Ly-cien erschien. Die Ankunft dieser mächtigen Flottewar für die zahlreichen Städte griechischen Stammesdie Losung zur Freiheit; die meisten vertrieben diepersischen Besazungen, die übrigen wurden von Ci-mon belagert und erobert. Binnen wenigen Mona-ten war diese ganze Küste von dem persischen Jochebefreit.Die Perser, die jezt den beträchtlichsten Theil ih-rer
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