168Geschichte der Griechen,Gebiet, zur ersten Macht in Griechenland und zumGebieter des Meeres erhoben. Seine Tapferkeit stelltihn unter die ersten Helden Griechenlands, er war einFeldherr, groß an Einsicht und That. Seine geisti-gen Fähigkeiten ſchildert Thucydides mit folgendenWorten: „Die höchsten Kräfte der menschlichen Naturschienen in der Seele des Themistokles entwikelt; sei-ne Fähigkeiten überwogen sichtbar die Geisteskräfteanderer Menschen. Sein Scharfsinn leitete mit schnel-ler Uebersicht die Beurtheilung des Vergangenen, undseinen sichern Blik in die Zukunft. In jedem Vor-schlage sah er klar den Beweggrund, und erwog dasGute, so wie das Nachtheilige mit wunderbarer Be-stimmtheit. Er besaß die Gabe, seine Gedanken deut-lich vorzutragen, in eben so ausgezeichnetem Grade,als das Vermögen, über alle Dinge, lichtvoll zu ur-theilen. Er war durch die Starke seines Geistes,und die Fertigkeit seiner Urtheilskraft vor allen Men-schen geeignet, die Angelegenheiten eines Staates zuleiten. Die Einwohner von Magnesia errichtetenseinem Gedächtniß ein herrliches Denkmal, und ver-liehen seiner Nachkommenschaft besondere Würden, inderen Genuß sie noch sechshundert Jahre nach demTode ihres berühmten Ahnherren sich befanden. Auchzu Athen erhielten seine Söhne ihre Rechte wieder.Nicht lange nach der Verbannung des Themistoklesstarb Aristides im vorgerükten Alter zu Athen, be-dauert von seinen Zeitgenossen und bewundert von derNachwelt. Er hatte die wichtigsten Aemter im Staatebegleitet, und lange den gemeinschaftlichen Schaz vonGriechenland verwaltet. Tapfer in der Schlacht, undeben so vortrefflich an der Spitze des Heeres, als inder Leitung der öffentlichen Angelegenheiten, gerecht inallen seinen Handlungen, Feind des Betrugs, freimü-thig und offen, ohne Haß und voll Edelmuth gegenſeine
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