Fünfzehnter Abschnitt.167sien zuzuschreiben, und es ist nicht unwahrscheinlich,daß der große König die Absicht hatte, bei einem neuenFeldzug gegen die Griechen dem Themistokles die Lei-tung des Krieges zu vertrauen. Er berief ihn nunan seinen Hof, gewährte ihm eine ehrenvolle Aufnah-me, und sorgte auf eine sehr freigebige Weise für des-fen Unterhalt. Hier verlebte er einige Zeit in Ruhe,umgeben von seiner Familie, im Genuß der Güter,die er aus Athen gerettet hatte, und von der Freige-bigkeit des Königs erhielt; aber ungeachtet seiner Ver-bannung war die Liebe zu seinem Vaterlande ein un-vertilgbarer Zug seines Charakters, dieser Tugendopferte er nach aller Wahrscheinlichkeit sein Leben.Denn als der König der Perser Griechenland mit ei-nem Heere zu überziehen gesonnen war, trug er demThemistokles den Oberbefehl auf. Aber dieser entzogsich dem seinen Gefühlen widerstrebenden Antrag; er ludseine Freunde zu einem feierlichen Opfer, und schied ausihrer Mitte, indem er Gift nahm. Eine Sage, diein Griechenland verbreitet war, ließ ihn aus Ver-zweiflung über das Kriegsglük des Cimon den Gift-becher ergreifen, denn er sollte in der. That dem Ar-taxerres versprochen haben, Griechenland in die Ge-walt der Perser zu bringen. Doch dieses Gerücht,das ganz im Widerspruch mit dem Charakter des The-mistokles steht, war von seinen Feinden ersonnen, umselbst nach dem Tode des großen Mannes ihr Unrechtin den Augen des Pöbels zu rechtfertigen.Themistokles starb zu Magnesia im 65sten Jahreseines Alters. Sein Andenken wird von den griechi-schen Schriftstellern einstimmig, und zur ewigen Schan-de seiner Verfolger gepriesen. Er hatte sich von demuntergeordneten Rang eines Bürgers zu den höchstenWürden des Staates empor geſchwungen, und nundiesen Staat selbst, eine Stadt und ein beschränktesGe-
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