164Geschichte der Griechen,einen andern Feldherrn gesandt, allein die Bundesge-nossen waren es müde, den Stolz eines Volkes längerzu ertragen, das gegen seine Mitbürger nachsichtiggegen ſeine Bundesgenoſſen aber hart und übermüthigwar. Sie versagten dem von Sparta gesandten Be-fehlshaber den Gehorsam; nur wenige peloponnesischeGemeinden blieben bei der Fahne von Lacedämon,die übrigen Bundesgenossen aus den Inseln und ausJonien wandten sich zu dem Aristides. Diesem gerech-ten, staatsklugen und tapfern Bürger verdankte jeztAthen den ersten Rang in dem griechischen Bunde. Erleitete nicht nur die kriegerischen Angelegenheiten desBundes, sondern er war auch Schiedsrichter in denhäuslichen Verhältnissen einzelner Staaten. Er erhieltdas ehrenvolle Geschäft der Vertheilung der Beiträge,die jeder Bundesstaat jährlich zur Fortsezung des Krie-ges gegen Persien zu leisten sich verpflichtet hatte, unddie sich jährlich auf 460 euböische Talente (beiläufig800,000 Gulden) beliefen; ihm übertrug man die Ver-waltung dieses Nationalschazes, der vor der Hand inden Tempel des Apollo zu Delos niedergelegt, aberspäter nach Athen gebracht und zum Vortheil diesesStaates verwendet wurde.Während Aristides durch Redlichkeit und weiseMäsigung seinem Vaterlande das Vertrauen aller Bun-desgenossen, und dadurch das Uebergewicht in ganzGriechenland verschafte, war Themistokles nicht minderthätig in Verbesserung der innern Angelegenheiten Athens.Er vermehrte die Bevölkerung der Stadt durch denSchuz, den die von ihm eingeladenen fremden Künst-ler und Handelsleute erhielten, die Seemacht ward ver-mehrt, und die Einkünfte des Staates zur Befesti-gung der Kräfte desselben nüzlich verwendet. Aber diegroßen Verdienste dieses Bürgers entgiengen dem Neidenicht. Sparta hatte, wegen der Errichtung der Mau-ern
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