Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
163
Einzelbild herunterladen
 

Fünfzehnter Abschnitt.163die Ephoren, aber immer blieb der Verbrecher unbe-straft, vielleicht aus Achtung für seine Abstammung,oder weil er durch Geld sich mächtige Freunde erwor-ben; endlich übergab einer seiner Lieblingsfclaven, dener mit Briefen an Artabazus, den Unterhändler desXerres geschikt hatte, diese Briefe dem Senat; dieserJüngling hatte bemerkt, daß keiner der an Artabazusgesandten Boten zurükgekommen war; besorgt übersein Schiksal hatte er die Briefe des Pausanias geöff-net, und darin nebst dem Verrath gegen das Vater-land auch den Auftrag zu seiner Hinrichtung gefunden.Die Ephoren befahlen dem Sklaven, in den Tempeldes Neptun zu fliehen. Hier wollten sie aus demMunde des Verbrechers ſelbſt das Geſtändniß ſeinesVerrathes erfahren. Sie verbargen sich so nahe andem Altar, an dem der Sklave saß, daß sie ihrenZwek erreichten. Pausanias war dem Jüngling in denTempel gefolgt; und hatte ihn mit Vorwürfen undVerheissungen zu gewinnen gesucht. Die Ephoren wa-ren zwar durch das eigene Geständniß des Verbrechersüberzeugt, allein sie ergriffen ihn nicht, weil sie da-durch die Heiligkeit des Tempels zu beleidigen glaub-ten. Er verließ ungekränkt die heilige Stätte, aberals er kurz nachher erfuhr, es sei Befehl zu seinerVerhaftung gegeben, floh er in den Tempel der Mi-nerva. Da die Religionsbegriffe der damaligen Zeitnicht erlaubten, ihn in diesem Zufluchtsort zu verhaf-ten, so wurden alle Thüren desselben vermauert, unddas Dach abgerissen. Nach einigen Tagen büßte derSieger bei Plataea seine Verbrechen durch den Hun-gertod. Er hatte den Ruhm jenes großen Tages durchniedrigen Verrath geschändet.Die Sparter hatten zwar, nachdem sie dem Pau-sanias den Oberbefehl über das Heer der Bundesge-nossen zu Byzanz entzogen hatten, an seine StelleL 2einen