160Geschichte der Griechen,In diesem Zeitraum begann zu Athen die Blütheder bildenden Künste. Die unermeßliche von den Per-sern eroberte Beute ward zum Theil verwendet, dieaus ihrer Asche wieder erstandene Stadt mit prächti-gen Tempeln, Schaubühnen und Säulengängen zuschmüken; der Reichthum unterstüzte die Kunst, die hin-gegen das Leben verschönerte, und jene unsterblichenWerke erzeugte, die selbst in ihren Ruinen die Bewun-derung der Nachwelt immer erregen werden. Wäh-rend aber die bildenden Künste den höchsten Grad derVollkommenheit erreichten, und die Wissenschaften sichder üppigsten Blüthe näherten, wurde der Krieg aufder Küste Kleinasiens mit nicht minderer Thätigkeitfortgesezt.Die Athener hatten unmittelbar nach den Schlach-ten bei Plataea und Mykale die reiche Stadt Sestos,im thrazischen Chersones, erobert; jezt wurden durcheine Flotte von achtzig Schiffen, zu der die Athenerdreisig, die übrigen Bundesgenossen fünfzig Segel stell-ten, die persischen Besatzungen aus den Seehäfen indem Hellespont und im ägäischen Meere vertrieben,und die Insel Cypern von langer Sklaverei befreit.Nun segelte die vereinte Flotte unter dem Oberbefehldes Pausanias gegen Byzanz, einer durch ihre glüklicheLage für den Handel schon in der damaligen Zeit sehrwichtige Stadt, bestimmt, einst unter dem NamenKonstantinopel der Siz des östlichen Kaiserthrones zuwerden, die jezt unter den Namen Stambul dieHauptstadt und der Wohnsiz der osmannischen Sul-tane ist. Diese Stadt fiel nach einer langwierigen Be-lagerung in die Hände der Griechen, sie fanden hiereine unermeßliche Beute und machten viele edle Perserzu Gefangenen.Pausanias, aus dem königlichen Stamme der He-ra-
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