150Geschichte der Griechen,denselben verbessert; in diesem gesegneten Erdstrichwuchs die Bevölkerung unglaublich schnell; viele Städ-te, besonders die von den Achäern gegründeten, nah-men Fremdlinge mit gleichen Rechten der übrigen Bür-ger in ihre Gemeinden auf, die innerlichen Fehden derGriechen in Asien und Europa, vorzüglich im sechstenJahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung, die Un-terjochung der Jonier durch die Lydier und Perser ver-anlaßten viele Auswanderungen nach den friedlichernKüsten von Großgriechenland, und so war es möglich,daß diese Städte bald auf eine so hohe Stufe desWohlstandes gelangten, daß uns die Nachrichten derGeschichtschreiber höchst unwahrscheinlich vorkommen wür-den, wenn wir nicht in den Ruinen derselben sichtbareBeweise ihrer damaligen Größe und Herrlichkeit be-wundern müßten.Die Regierungsform dieser Staaten war jenerihrer Abstammung fast durchaus ähnlich; im sechstenJahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung ward je-doch zu Crotona, damals der mächtigsten Stadt inItalien, durch den Pythagoras aus Samos eineStaatsverwaltung gegründet, die geeignet war, Men-schen zu bilden, die, durch Weisheit und Tugend ge-leitet, wohl fähig waren, ihre Mitbürger zu regieren.Von Crotona, dem Wohnsiz der PythagoräischenSchule, verbreiteten sich die Grundsäze derselben sehrbald über Italien und Sizilien; begierig wurden ſievon den Völkern ergriffen; die erſten Klaſſen der Bür-ger waren eingeweiht in die Geheimnisse, mit denender Stifter dieser Schule, nach damaliger Sitte,seine Grundsäze verschleierte, aber da, wo dieOberhäupter der Staaten diese Grundsäze anwand-ten, war ein schnelles Aufblühen der Bürger die un-mittelbare Folge. Die Menschen gedeihen und vermeh-ren sich mit unglaublichen Fortschritten, wo ein glüklicherHim-
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