Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
149
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rende

149Vierzehnter Abschnitt.Drängen benachbarter Völker, vielleicht auch Uebervöl-kerung oder Begierde nach Unabhängigkeit veranlaßtendiese Wanderungen. Ein Haufe muthiger Jünglingemochte sich einen Anführer aus ihrer Mitte wählen,die Frauen folgten gerne dem Schiksal des Mannes,Schiffe waren immer bereit bei Völkern, deren Wohn-size von der See bespült werden; man befragte dieOrakel, und wenn die Aussprüche günstig waren, schiff-ten sich die Abentheurer ein, steuerten gewöhnlich ander Küste von Griechenland nordwärts bis dahin, wodas feste Land von Italien ihnen gegenüber lag, undsegelten dann über das adriatische Meer. Nun suchtensie bequeme Orte zur Niederlassung, sie traten in Ver-bindung mit den Einwohnern, denen sie im Streit ge-gen ihre Nachbarn beistanden; oft vertrieben sie dieBewohner, aber oft wurden sie selbst auf ihre Schiffezurükgetrieben, von Stürmen auf entfernte Küsten ver-schlagen; daher entstanden die entfernten Kolonien vonMassilien (jezt Marseille), Sardinien, Korsika und anden Ufern des etruskischen Meeres.Ausser vielen andern minder berühmten Städtenwurden von den Joniern Narus, Leontium, Catana,Rhegium, Himera, Thurium, von den Messeniern nachihrer Flucht aus ihrem Vaterlande Messana, von denAchäern Sibaris, Crotona, Posidonia, von den Co-rinthern Syracus und Camerina, von den LacedämoniernTarent und Heraclea, von den Rhodiern Agrigent er-baut. Diese Städte sandten abermal Kolonien, mei-stens in das Innere des Landes, das nach weniger alszwei Jahrhundeten von Völkern griechischen Stammesfast durchgängig bewohnt, an Ausdehnung die Mutter-staaten weit übertraf, und durch den hohen Grad vonKultur und Macht den Namen von Großgriechenland er-hielt und verdiente. Die Griechen hatten aus ihremVaterland den Akerbau nach Sizilien gebracht, oderden=