Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
145
Einzelbild herunterladen
 

145Dreizehnter AbschnittJonien ein nicht minder bedeutender und eben so fol-genreicher Sieg erkämpft.Die persischen Schiffe, welche sich aus der Schlachtbei Salamis auf die Rhede von Phalerus geflüchtethatten, segelten, wie wir bereits erwähnten, nach Cu-mae, einem Hafen auf der Küste von Aeolien, wo sieden Winter zubrachten. Die griechische Flotte hattein den Gefechten bei Artemisium und in der Schlachtbei Salamis so viel gelitten, daß sie es nicht wagenkonnte, die Feinde zu verfolgen, die ungeachtet ihresVerlustes den Griechen doch noch sehr überlegen wa-ren. Die Jahreszeit war überdieß schon weit vorge-rükt, und wegen der leichten Bauart der Schiffe wares gefährlich und fast unmöglich, während dem Win-ter die See zu halten; die griechische Flotte lag indem Hafen von Aegina. Bei der Annäherung desFrühlings waren von Athen Xantippus, von SpartaLeotychides zu Befehlshabern dieser Flotte ernannt.Verschiedene Städte in Jonien sandten in GeheimAbgeordnete und sprachen die Hülfe der europäischenGriechen für ihre von den Persern unterjochten Brü-der in Asien an. Die Flotte gieng jezt unter Segel,auch die persische Flotte hatte den Hafen von Cumaeverlassen, und war nach Samos gesegelt. Die Sa-mier gaben den Griechen hievon Nachricht, die sogleichihren Lauf nach Samos richteten, um mit einem Schla-ge den Krieg zu enden. Aber die Perser erhieltenKundschaft von den Absichten der Griechen, und dasie, muthlos durch die Erinnerung an Salamis, kein-neues Treffen zur See wagen wollten, segelten sienach dem Vorgebirge Mykale, zogen ihre Schiffe aufden Strand, umgaben sie mit einer starken Mauer,und schlugen noch ausserhalb derselben Sturmpfähleein, wozu sie sogar die Fruchtbäume in der Gegendniederhieben. Die Griechen segelten ihnen nach, undkamen