120Geschichte der Griechen,dem der gefallenen dreihundert gleiche; die Griechen sa-hen in der edeln Aufopferung des Leonidas ein hohesBeispiel der Liebe zu dem Vaterland; ihre Ruhmbe-gierde und der heisse Wunsch, dieses herrliche Beispielnachzuahmen, spannte ihre Seelen bis zu dem höchstenGrad der Begeisterung.Nachdem der Eingang aus Thessalien in den Hän-den der Perser war, theilte sich ihr Heer. Die Schä-ze des Tempels zu Delphi, die dem Xerxes genau be-kannt waren, hatten zu viel Reiz für die Perser, alsdaß sie nicht den Versuch gewagt hätten, sich ihrer zubemächtigen. Ein Heerhaufen zog gegen die heiligeStadt. Das Orakel ward befragt; die Antwort desGottes war, er selbst würde seinen Tempel schüzen.Die Bewohner von Delphi zogen sich jedoch, eingedenkdes Frevels der Erissäer, in die Felsenklüfte des Par-nassus. Die Perser stürmten in gedrängten Haufengegen die steile Anhöhe, auf welcher Delphi lag, alsein von fürchterlichem Donner und Regen begleiteterSturm sich erhob. Zwei Felsen rissen sich von derHöhe des Parnassus los, und rollten zermalmend überdie dichten Massen der Perser. Der Schreken brach-te sie zur Flucht; die Delphier ermuntert durch densichtbaren Beistand ihres Gottes, brachen aus den Klüf-ten hervor und erschlugen mehrere Tausende der Flie-henden. So ward Delphi gerettet.Das Hauptheer der Griechen stand verschanzt aufder Erdenge von Korinth, um den Perſern den Ein-tritt in den Peloponnes zu wehren. Die Athener wa-ren durch Themistocles bestimmt worden, ihre Stadtzu verlassen; die Frauen und Kinder wurden nach Ae-gina, Trözene und Salamis gebracht, die streitfähigenBürger bestiegen die Schiffe, nur einige Greise bliebenzurük und zogen in die Burg. Die Perser drangenver-
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