Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
119
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110Zwölfter Abschnitt.Leonidas war durch einen Ueberläufer von demZug der Perser verständigt, und bald meldeten ihmdie von den Anhöhen herabkommenden Wachten, daßder Paß umgangen sei. Leonidas beschwor nun dieAnführer, sich für glüklichere Zeiten dem Vaterlandezu bewahren, aber er erklärte zugleich, er würde mitseinen Spartern den Posten nicht verlassen. Nur dieThespier und die Theber blieben, die übrigen zogen ab.In der folgenden Nacht griff die kleine Schaar ange-führt von ihrem hochherzigen Fürsten das Lager derPerser an. Sie warfen die Vorwachten, und dran-gen bis in das Zelt des Königs, der aber bereits ge-flohen war. Nun verbreiteten sie sich in den naheste-henden Zelten und richteten ein fürchterliches Blutbadan. Bestürzung und Verwirrung, veranlaßt durch dieDunkelheit der Nacht, ergriffen die Perser, sie erschlu-gen sich unter einander selbst. Endlich brach der Tagan, sie sahen die kleine Anzahl der Feinde; ein Hagelvon Pfeilen ward auf die Sieger geworfen, Leonidasfiel, um seinen Körper erhob sich ein furchtbares Ge-fecht. Die Sparter sanken um den Leichnam ihresKönigs, aber es gelang den Wenigen, die sich jezt aus-dem Lager gegen den Paß zurükzogen, den Körpermit sich zu nehmen. Noch einmal stellten sie sich aneinem Hügel bei Anthela, aber als Hydarnes ihnen inden Rüken kam, fielen sie unter den Pfeilen der Per-ser. Die Thespier theilten das Schiksal der Sparter,die von Theben ergaben sich den Persern während demTreffen.Der Tod des Leonidas wirkte auf die Perser undauf die Griechen mehr, als der glänzendste Sieg. DiePerser, die in dem dreitägigen Kampf mehr als zwan-zigtausend Mann, und unter diesen zwei Brüder ihresKönigs verloren hatten, entsezten sich, als sie erfuh-ren, in Sparta seien achttausend Bürger, deren Muthdem