Geschichte der Griechen,118bekümmert um den Kundschafter, der so nahe war,daß er sie bequem überzählen konnte. Er sah jedochnur die dreihundert Sparter, die am Eingang desPasses lagerten, die übrigen waren theils durch diequeer über den Weg von den Phozäern gebaute Mau-er, theils durch die Felswände verborgen. Als diesesdem Könige berichtet war, blieb er einige Tage ruhig,um den Griechen Zeit zur Ueberlegung zu lassen. Nuntrug er dem Leonidas die Herrschaft über Griechenlandan. Dieser Vorschlag ward mit Verachtung abgewie-sen. Er forderte endlich dem Leonidas die Waffen ab;„Komm, und hole sie“ war die Antwort.Entrüstet über den Muth der Sparter ließ Xer-res die Meder vorrüken; er befahl ihnen, diese Men-schen lebendig zu fangen, und vor ihn zu bringen; dieGriechen rükten den Feinden mit kaltem Muthe entge-gen, die Meder rükten wüthend vor. Ihre vorderstenGlieder lagen bald zu Boden, die nachfolgenden hat-ten gleiches Schiksal. Die Griechen, Mann an Manngeschlossen, und mit ihren grossen Schilden bedekt, stan-den mit vorgestrekten Lanzen fest und undurchdringlich;alle Versuche waren fruchtlos, selbst die heilige Schaar,von Hydarnes angeführt, ward mit großem Verlustzurükgeschlagen. Am folgenden Tage ward das Ge-fecht mit gleichem Vortheile von den Griechen fortge-sezt, und Xerres verzweifelte bereits an der Möglich-keit, den, Paß zu erobern, als sich Epialtes, ein Be-wohner der Gegend, erbot, die Perser durch den Fuß-steig über das Gebirg, den Griechen in den Rüken zuführen. Xerxes schikte sogleich den Hydarnes mit ein-brechender Nacht ab. Epialtes führte die Schaar derUnsterblichen über den Fußsteig; mit Anbruch des Ta-ges stießen sie auf die Phocäer, die die Höhe des Ber-ges besezt hatten. Diese zogen sich zurük. Die Per-ser sezten nun ihren Marsch fort.Leo-
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