Geschichte der Griechen,114Vaterlandes zu kämpfen. Themistocles war die See-le der Berathschlagungen in der Versammlung, die aufder Erdenge von Korinth von den verbündeten Grie-chen gehalten wurde. Alle Privatstreitigkeiten wurdenbeseitigt; mit bewundernswürdiger Unerschrokenheit tra-ten sie in den ungleichen Kampf, der ihnen zu Landund zur See bevorstand. Themistocles, der schon langeüberzeugt war, daß die Schlacht bei Marathon nurdas Vorspiel eines weit gefährlichern Krieges sein wür-de, hatte, wie wir schon erwähnten, mit aller möglichenAnstrengung eine bedeutende Seemacht für Athengeſchaffen. Mit dieſer vereinigten ſich die Schiffe derverbündeten Städte und Völker. Die ganze Flotteder Griechen versammelte sich und segelte in die Meer-enge, welche die Küsten von Thessalien und Euboea bil-den. Ihre Stärke bestand in 280 wohlbemanntenGaleeren. Der Sparter Eurybiades hatte den Ober-befehl, unter ihm stand Themistocles, dessen Klugheitund Tapferkeit jedoch im Rath und in der Ausführungvor allen übrigen Anführern glänzte. Da die Griechensich nicht stark genug glaubten, der persischen Flot-te in offener See zu widerstehen, so hatten sie ihrenStandpunkt bei Artemisium gewählt; auf den Höhenbei der Insel Euboea wurden Wachposten ausgestellt,durch die sie von der Ankunft der persischen FlotteNachricht erhalten sollten. Diese Flotte, die viel zuzahlreich war, als daß ein Hafen sie aufnehmen konn-te, lag jezt an der Küste von Thessalien; ihre erste Li-nie lag nahe am Ufer, die übrigen, deren nicht weni-ger als sieben waren, waren in geringer Entfernungvor Anker. Am Morgen des zweiten Tages nach ih-rer Ankünft erhob sich ein fürchterlicher Sturm ausNordosten; die erste Linie der Schiffe ward auf dasUfer gezogen und in Sicherheit gebracht. Aber dieübrigen wurden durch die Gewalt der Wellen von ihrenAnkern gerissen; viele scheiterten an dem VorgebirgeSepias1
111