Geschichte der Griechen,112nisse an die Heerstrasse gebracht, jede Stadt erschöpftesich durch die Bewirthung des Königs; der Aufwandzu diesen Festen war unbeschreiblich; und ein armerThrazier machte die Bemerkung, man müsse es als einebesondere Gnade der Götter ansehen, daß Xerxes nureinmal des Tages speise. So gieng der Zug des Heeresbis an den Engpaß bei Thermopylae, der den Eingangaus Thessalien nach Locris bildet. Hier ist die Strassedurch den malischen Meerbusen und durch die unersteig-lichen Felswände des Gebirgs Oeta so enge, daß nur einWagen fahren kann. Hier erwartete die Vorhut derGriechen, angeführt von Leonidas, König von Sparta,den Feind.Die Griechen hatten ausser dieser, aus beiläufig7000 Mann bestehenden Vorhut noch kein Heer im Fel-de. Sie hatten von ihren Kolonien in Großgriechen-land (so nannte man mit Recht die weitläufigen Nieder-lassungen der Griechen in Sizilien und dem südlichenItalien) Hülfe verlangt. Gelon, der damals in Syra-kus herrschte, versprach den Gesandten von Athen undSparta eine sehr beträchtliche Anzahl von Schiffen undein wohlgerüstetes Heer von mehr als dreisigtausendMann, jedoch unter der Bedingniß, daß ihm der Ober-befehl über die ganze Kriegsmacht übertragen würde.Diese Forderung schien den Gesandten so herabwürdi-gend, daß sie dem König antworteten, sie seien an ihngeschikt, nicht um einen Feldherrn zu verlangen, dessensie nicht bedürften, sondern um Hülfe an Mannschaft.Den Oberbefehl führe nach alter Sitte Sparta; würdeauch dieser Staat die oberste Stelle im Heere aufgeben,so würde Athen dieselbe übernehmen. Mit dieser Er-klärung reisten die Gesandten zurük.Die Griechen unterhandelten mit eben so wenigDie' Kreter befrag-Erfolg in Kreta und zu Corcyra.ten
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