Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
111
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111Eilfter Abschnitt.sklavischen Heerde der Höflinge hatte er das hohe Ge-fühl für Freiheit und Vaterlandsliebe sorgsam bewahrt.Sein gerader Sinn gefiel dem großen König, er ehrtean dem Fremdling als Tugend, was bei seinen Unter-thanen Verbrechen war. Diesen Mann fragte nunXerxes, ob er wohl glaube, daß die Griechen es wagenwürden, sich seinem Heere zu widersezen.Die Grie-schen, antwortete Demaratus, sind gewöhnt an Ar-muth; die Weisheit und die Strenge ihrer Gesezehaben bei ihnen Tapferkeit erzeugt, die sie über Tyran-nei erhebt. Die Entbehrungen, die ihre Armuth for-dert, werden ihnen reichlich durch die Tugend ver-gütet, die durch Geseze ausgebildet und immer leben-odig erhalten wird. Die Lacedämonier besonders sindzur Freiheit erzogen, sie werden deine Absicht, Grie-pland zu unterjochen, niemal begünstigen. Wenn sichauch die übrigen Griechen alle mit dir vereinigen soll-»ten, so werden die Sparter allein dir entgegen ziehenund mit dir kämpfen. Wären ihrer auch nur tau-send Mann, sie würden unerschroken jeder Gefahrentgegen treten und für ihre Freiheit fechten, die ih-nen theurer ist, als das Leben.Xerxes lächelte ungläubig über die offenherzigeAntwort des Sparters; er gab nun Befehl, den Zugnach Griechenland fortzusezen. Die Statthalter derGebiete in Thrazien und Mazedonien, die Mardoniusbei dem ersten Anfall auf die europäischen Küsten dempersischen Throne unterworfen hatte, erhielten den Be-fehl, alle waffenfähige Mannschaft bereit zu halten; mitdieser Schaar vergrößerte er sein Heer, das nun beiseinem Vordringen nach Griechenland im strengstenWortverstand oft nicht genug Wasser in den Flüssenfand, um seinen Durst zu stillen. Aus allen Gegen-den, tief in das Land hinein, und durch die zahlreichenLastschiffe wurde eine unendliche Menge Lebensbedürf-nisse