Geschichte der Griechen,110Als dieses erstaunliche Werk vollendet war, wur-den Räucherpfannen aufgestellt, von denen Wohlge-rüche dufteten; die Brüken wurden mit Myrthen be-streut, es wurden der Sonne und dem Meere Opfergebracht, und der Zug begann. Nicht weniger alssieben Tage und sieben Nächte dauerte ohne Unterbre-chung der Uebergang dieses unermeßlichen Heeres, dassich jezt über die Ufer Thraziens verbreitete. Zu Do-riscus, einer Stadt an der Mündung des Hebrus,ward Heerschau über die versammelten Truppen gehal-ten. Die Namen der Heerführer, welche die Land-macht befehligten, waren Mardonius, Tritantechmes,Smerdomenes, Maſiſtes, Gorgias und Megabyzus.Eine besondere Abtheilung von zehntausend Mann aus-erlesener Truppen stand unter den Befehlen des Hy-darnes. Man nannte sie die unsterbliche Schaar, weilihr Verlust sogleich aus den vorzüglichsten Männerndes Heeres ersezt wurde. Durch Körperstärke undWaffenrüstung ausgezeichnet bildete diese Schaar sehrwahrscheinlich die Leibwache des Königs.Nach der Musterung des Heeres besah Xerxes dieFlotte. Auf einer prächtig geschmükten sidonischen Galeeredurchfuhr er die in mehreren Linien aufgeſtellte Schiffe,sprach mit den Befehlshabern und ertheilte ihnen seineBefehle. Ein großer Theil der Flotte bestand aus denSchiffen der asiatischen Griechen. Artemisia; Königinvon Halicarnassus, hatte fünf Schiffe ausgerüstet; sieverband mit männlicher Tapferkeit einen hohen Gradvon Einsicht, und in dem Rathe des Königs wurde oftihre Stimme gehört und befolgt. Auch Demaratus,der durch die Ränke des Kleomenes aus seinem Va-terlande vertriebene. König von Sparta war unter dennächsten Umgebungen des persischen Monarchen. Erhatte in Susa einen Zufluchtsort gegen die Verfol-gungen seiner Feinde gefunden, aber mitten unter derskla-
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