Eilfter Abschnitt.109Artaban rieth nun dem Könige, die asiatischenGriechen, die sowohl im Heere als auf der Flotte ingroßer Anzahl dienten, nach Hause zu senden, denn essei unnatürlich, dieselben gegen ihre Mutterstaaten zuführen; diese Bemerkung, deren Richtigkeit sich in derFolge in der Schlacht bei Salamis, und ein Jahrspäter bei Mykale bewährte, ward von Xerxes nichtgewürdigt, sondern Artaban von der Armee entfernt,und nach Susa, dem Wohnsiz des Königs gesandt.Der große König hatte den Befehl gegeben, eineBrüke über die Meerenge zu schlagen, die Asien vonEuropa trennt. Ueber diese Brüke sollte das Heernach Thrazien ziehen, aber kaum war das Werk voll-endet, als es durch einen heftigen Sturm zertrümmertward. Xerxes beschuldigte jene, die mit dem Bau derBrüke beauftragt waren, der Nachläßigkeit, und ließsie am Leben strafen. Daß Xerxes das Meer mit ei-nem glühenden Eisen brandmarken, mit Ruthen peit-schen, und Fesseln hineinwerfen lassen, scheint selbst He-rodot zu bezweifeln. Es ward ein neuer festerer Baubegonnen, und zwei Brüken, die eine für das Heer,die andere für die Lastwagen und den Troß geschlagen.Herodot erzählt uns mit seiner gewohnten Genauigkeit,daß die beiden Brüken aus sechshundert und vier undsiebenzig Schiffen bestanden, über diese Schiffe, Seilevon einem Ufer zum andern gezogen, und diese mitWinden angespannt waren. Ueber diese Seile, die zumTheil aus dem Baste der Bybluspflanze, woraus dieEgypter das Papier zu machen pflegten, verfertigt wa-ren, legte man Brükenhölzer, auf diese ward noch einBoden von Balken gelegt, und die Brüke mit Erdeüberschüttet. Zu beiden Seiten waren Geländer ange-bracht, um den Pferden den Anblik des Meeres zuentziehen und das Scheuwerden zu vermeiden.Als
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