Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
108
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108Geschichte der Griechen,hundert und sieben Schiffen, jedes mit zweihundertMann besezt. Zu diesen kamen noch hundert und zwan-zig in Thrazien und Macedonien gebaut, deren jedeszweihundert Krieger trug. Tausend Lastschiffe führtenLebensmittel und andere Bedürfnisse des Heeres. DieZahl der Besazung auf den Schiffen stieg über sechs-mahlhunderttausend Mann. Mit dem Troß bestandnach einer mäsigen Schäzung das Ganze aus fünfMillionen Menſchen.Xerxes übersah von einer Anhöhe bei Abydusdieses ungeheure Heer, er sah die See, soweit seinAuge reichte, mit seinen Schiffen bedekt, und fühltesich glüklich im Anblik einer Macht, der nichts zu wi-derstehen fähig schien; aber der Gedanke, daß in hun-dert Jahren niemand mehr von dieser unzähligen Men-ge leben würde, ergriff ihn, und stimmte sein Vergnü-gen bis zu Thränen des Schmerzes herab. SeinOheim Artaban benuzte diesen Augenblik der Besin-nung, und äusserte Bedenklichkeiten über den Erfolgdes Feldzuges. Er sah wohl ein, daß dieses Heer nichtnur von den Feinden, sondern hauptsächlich von Man-gel und Seuchen, den nothwendigen Begleitern solcherMenschenmassen, alles zu fürchten habe. Er warnteden König vor zwei Dingen, vor Wasser und Erde.Ein Sturm konnte die Flotte zertrümmern, und derMangel an Erzeugnissen der Erde das Landheer aufreiben; leerer Ruhm sei am Ende der Lohn für dasOpfer so vieler Menschen auch dann, wenn Sieg dasUnternehmen krönte. Aber Xerxes antwortete dem red-lichen Freunde: Große Unternehmungen seien immermit Gefahren verbunden; seine Vorfahren hätten sichnicht durch Bedenklichkeiten und Furcht von ihren Ent-würfen abhalten lassen, dadurch nur sei das persischeReich auf den Grad der Größe und Herrlichkeit erho-ben worden, auf dem es jezt stehe.Arta-