Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
107
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107Eilfter Abschnitt.großer Wichtigkeit wäre. Kerres versprach ihm, die-selbe zu gewähren. Pythias agte ihm nun: Monarch!»ich habe fünf Söhne, die mit dir den Feldzug nachGriechenland machen sollen. Ich bin ein betagterMann; sprich den ältesten von diesem Zuge frei, damit ermich unterstüze, und mein Hauswesen besorge, die übrigenvier nimm mit dir, erreiche deinen Zwek und kehreglüklich wieder. Der König gerieth in den heftig-sten Zorn;Verwegner! rief er, ich selbst ziehe mitmeinen Söhnen, Brüdern und Verwandten gegen»Griechenland, und du, Sklave, der mit seinem gan-zen Hause mir folgen sollte, wagst es, deines Soh-nes zu erwähnen? Nur die Geschenke, die du mirvangeboten hast, retten dich vom Tode. Nimmodeine vier Söhne, aber der älteste, den du vorzüg-lich liebst, soll mit dem Leben büssen. Der ältesteSohn des Pythias ward sogleich getödtet, der Körperin zwei Stüke zerhauen, und an der Strasse, durch diedas Heer zog, zu beiden Seiten aufgehangen.Mit dem Anfang des Frühlings (480 Jahre vorChr. Geb.) erhielt Xerxes die Nachricht, seine Flottesei an dem Hellespont in Bereitschaft, und der Kanaldurch die Erdenge bei Sane vollendet. Er zog nunnach Abydus, wo der Uebergang nach Europa gesche-hen sollte. Hier stellte er sein ungeheures Heer auf.Es bestand aus der Blüthe der mächtigsten Völkerder östlichen Welt; das fernste Indien und die Step-pen Scythiens, die Meder, Perser, Baktrier, Lyder,Assyrer, und viele andere Völker, die uns nur demNamen nach bekannt sind, hatten ihre waffenfähigenMänner gestellt. Herodot zählt über fünfzig Natio-nen, die alle, nach der Art ihres Landes bewaffnet,dem gewaltigen Heere folgten, dessen Anzahl über zweiMillionen bewaffneter Krieger zu Fuß, und achtzigtau-send zu Pferd war. Die Flotte bestand aus zwölf-hun-