Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
106
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106Geschichte der Griechen,Die alten Seefahrer kannten den Gebrauch desKompasses nicht, sie durften darum nicht wagen, dasLand aus dem Gesichte zu verlieren, und segelten amTage an den Küsten hin. Des Nachts, oder wenn ihnenSturm drohte, zogen sie ihre Schiffe, die von ganz ande-rer Bauart waren, als die dermaligen, auf das Land;am Morgen, oder wenn die See wieder ruhig war, scho-ben sie die Schiffe wieder in das Wasser, und sezten ihrenLauf fort. Bei dem ersten Zuge gegen Griechenland hatteMardonius den größten Theil seiner Flotte verloren, alser das Vorgebirge Athos auf der Küste von Mazedonienumsegeln wollte. Um einem ähnlichen Unfall vorzubeu-gen, hatte Xerxes den ihm unterwürfigen Thraziern undMazedoniern befohlen, die Halbinsel bei Sane, wo dieErdzunge am schmalsten ist, zu durchschneiden. Es wardmit unsäglicher Arbeit ein Kanal gegraben, der mit ver-hältnißmäsiger Tiefe so breit war, daß zwei Ruderschiffeneben einander fahren konnten; ein ungeheueres Unter-nehmen, dessen Spuren noch jezt nach drei und zwanzigJahrhunderten die Zeit nicht vertilgt hat; durch diesenKanal sollte die Flotte geführt werden, während das Heerzu Lande an der Küste folgte.Von Sardis zog das Heer durch Kappadozien nachPhrygien. Hier kam Pythias, ein Fürſt des Landes,zu dem Xerxes, und erbot sich, das ganze Heer derPerſer auf dem Zug durch ſein Gebiet mit Lebens-mitteln zu versehen. Er trug ihm seinen ganzenSchaz an, der nach Herodots Beschreibung in mehrals vierzig Millionen Gulden nach unserem Geldebestand. Dies Anerbieten lehnte jedoch Xerxes ab, undgab ihm noch eine beträchtliche Summe zum Geschenk.Ermuntert durch die Freigebigkeit des Königs kamPythias, als das persische Heer sich dem Hellespontnäherte, und bat den Xerxes um die Gewährung einer Bit-te, deren Erfüllung sehr leicht, aber für Pythias vongro=