105Eilfter Abschnitt.Erscheinung geboten, den Krieg fortzusezen; seineRuhmbegierde mochte ihm selbst wahrscheinlich imSchlafe die Gedanken, mit denen er sich bei Tagebeschäftigte, vorführen, und da dieser Krieg für ihnBedürfniß geworden schien, so erklärte er in einerneuerdings berufenen Versammlung seiner Großen dengefaßten Entſchluß.Die Tapferkeit der Griechen hatte jedoch denPersern gezeigt, ihre Unterjochung sei keine leichteSache. Sie kannten den Umfang und die Macht dergriechischen Pflanzstädte in Italien und Sizilien; Grie-chenland konnte von diesen blühenden Staaten wirksameHülfe erhalten. Um nun den Erfolg des Krieges zusichern, schloß Xerxes ein Bündniß mit Karthago, demmächtigsten Staat auf der Nordküste von Afrika.Von hier aus sollten die griechischen Kolonien in Ita-lien und Sizilien durch ein mächtiges Heer angegrif-fen, und dem Mutterlande die Hülfe entzogen werden,während Xerxes mit dem zahlreichsten Heere, dessendie Geschichte erwähnt, Griechenland zu Wasser undzu Lande überfallen würde. Vier Jahre wurden zu-gebracht mit Rüstungen zu dem ungeheuern Heereszug.Die sämmtlichen Völkerschaften, die dem persischenReiche unterworfen waren, wurden aufgeboten, aufallen Küsten von Kleinasien und Egypten wurdenSchiffe gebaut, eine Flotte von mehr als zwölfhundertKriegsschiffen ward ausgerüstet und bemannt, eine un-zählbare Menge Lastschiffe mit den Bedürfnissen desHeeres beladen, und als im zehnten Jahre nach derSchlacht bei Marathon Xerxes die Nachricht erhielt,daß die Karthager unter ihrem Feldherrn Amilcar zudem Angriff der griechiſchen Pflanzſtaͤdte in Italienund Sizilien bereit wären, versammelte er sein Heerbei Sardis in Lydien. Die Flotte erhielt den Befehl,längs den Küsten von Kleinasien gegen den Hellespont,die Meerenge, die Asien von Europa scheidet, zu steuern.
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