Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
104
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104Geschichte der Griechen,oben kein Bedürfnis diesen Krieg anzufangen, warumsollen wir uns ohne Noth Gefahren preis geben?Laßt uns also nichts übereilen. Sind wir unglüklich,so trifft uns wenigstens nicht der Vorwurf der Un-besonnenheit. Vor allem, mein König, lasse dich nichtblenden durch eingebildeten Ruhm; die höchsten Bäu-me werden am ersten vom Donner getroffen, und dieGottheit demüthigt gerne den Uebermuth. Artabanwandte sich nun gegen Mardonius, den er für den An-stifter des Krieges hielt. Wenn du, sprach er, sovernstlich den Krieg wünschest, so magst du ihn füh-ören, wenn es des Königs Wille ist, nur den Königselbst, dessen Leben uns allen so werth ist, lasse inPersien zurük. Unsere Kinder mögen als Pfänder»für den Erfolg des Krieges dienen. Ist der Aus-gang glüklich, so mögen die Meinigen getödtet wer-ꝯden, ist er aber unglüklich, wie ich fürchte, so for-dere ich, daß du mit deiner Familie den Lohn deinerUnbesonnenheit empfangen sollst.Ueber diesen redlich gemeinten Rath war Xerxesäusserst aufgebracht:Dank es den Göttern, rief er,daß du der Bruder meines Vaters bist; wärst dunicht mein Oheim, so würdest du auf der Stelle denLohn deiner Vermessenheit erhalten. Zur Strafemagst du hier zwischen den Weibern sizen, währendwir an der Spize des Heeres dem Vaterlande Ruhmverkämpfen.Xerxes entließ nun die Versammlung. Als dieersten Regungen des Zornes vorüber waren, dachte ernach über Artabans Rath, den er nun nicht so ver-werflich fand, als er zuvor im Ungestüm seiner Lei-denschaften geäussert hatte. Ein gestand gegen seinenOheim, daß er übereilt gehandelt habe, allein er gabvor, es sei ihm schon einigemal von einer nächtlichenEr-