Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
101
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Eilfter Abschnitt.101sen die Athener gerade der Gefahr preis gegeben, dersie dadurch entgehen wollten. Themistocles herrschtenun unbeschränkt über das Heer, über die Flotte, undüber die Einkünfte des Staates. Die erste Maas-regel, die er ergriff, war die Vermehrung der Flotte.Er sah wohl ein, daß die Schlacht bei Marathonnur das Vorspiel wichtiger Ereignisse gewesen sey.Die Rüstungen der Perser waren ihm nicht unbekannt,und er konnte hoffen, die Gefahr seines Vaterlandesglüklich abzuwenden, wenn er demselben die Herrschaftzur See verschaffte. Er verwendete die Einkünfteder Silbergruben zu Laurium, die bisher für öffent-liche Vergnügungen oder auch zur Vertheilung unterdie Bürger bestimmt waren, zur Erbauung von Kriegs-schiffen. Mit hundert Galeeren wurde zuerst Aegina,dann Corcyra, das heutige Corfu, erobert, und dieSchiffe dieser Staaten der athenischen Seemacht ein-verleibt, die nun die unbestrittene Herrschaft in dengriechischen Meeren behauptete.Ehe wir zu dem Feldzug des Xerxes übergehen,wird es zwekmäsig seyn, den Zustand der übrigenProvinzen Griechenlands in diesem denkwürdigen Zeit-punkt kurz darzustellen:Sparta genoß noch immer den Vorrang im Pe-loponnes; es hatte sich schon vor dem ersten Einfallder Perser allen seinen Nachbarn furchtbar gemacht,besonders war Argos durch die Schlacht bey Tegyra,wo es sechstausend seiner tapfersten Bürger verlor,in einen Zustand der Ohnmacht versezt, aus dem essich nur durch langen Frieden erholen konnte; aberSparta selbst war durch innerliche Streitigkeiten zerrüt-tet; Kleomenes und Demaratus besaßen den Thron,der lezte ward durch die Ränke des ersten vom Thronevertrieben; er verließ sein Vaterland und suchte Schuzau