Geschichte der Griechen,100Stolz der höhern Staatsbeamten, die das Ansehendieses Mannes mit ihrer Würde unverträglich glaub-ten.Themistocles hatte die Inseln des ägäischen Mee-res erobert. Er hatte unter dem Vorwand, daß sieden Persern bei ihrem Zug gegen Athen Hülfsvölkerund Schiffe gegeben hätten, ungeheure Summen er-preßt. Diese Schäze hatte Themistocles nach Athengebracht, und größten Theils zum Schmuk der Tempelund zu Volksfesten verwendet. Hierdurch hatte er sichin die Gunst des Volkes festgesezt; man verglich seingefälliges Betragen mit dem strengen Charakter desAristides, und es gelang dem Themistocles, die Athenerzu bereden, daß sie den Tugendhaften, unter dem Vor-wand angemaßter Herrschaft, durch den Ostracismusverbannten. Der Ostracismus ward so benannt vonden Muscheln auf welche der Name desjenigen ge-schrieben war, der verbannt werden sollte. Klistheneshatte unmittelbar nach der Vertreibung der Pisistrati-den ein Gesez gegeben, nach welchem das Volk jedenBürger, so unschuldig auch sein Betragen war, ausAthen verbannen konnte, sobald er durch sein erlang-tes Ansehen der Freiheit gefährlich schien. Durch die-ses Gesez ward Aristides, der jedes Mittel verschmäh-te, sich die Gunst des Volkes zu erschmeicheln, kaumvier Jahre nach der Schlacht bei Marathon, auf zehnJahre aus Athen verbannt. Man sagt, daß er selbstseinen Namen auf die Muschel eines Bürgers geschrie-ben habe, der ihn nicht kannte, und im Schreiben un-erfahren war. Aristides fragte diesen Bürger, warumauch er gegen ihn stimme; weil es mir unerträglichist, antwortete dieser, daß man überall Aristides denGerechten nennt.Durch die Entfernung des Aristides waren indeſ-sen
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