Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
93
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Zehnter Abschnitt.93durch die unverhältnißmäßige Uebermacht der Perserzum Weichen gebracht. Dagegen drangen die beidenFlügel der Athener mit unwiderstehlicher Gewalt inden Feind, und nach einem hartnäckigen blutigen Kampfwichen die Perser. Nun wendeten die siegenden Flü-gel sich gegen die im Mittelpunkt vorgedrungenen Fein-de, die auf zwey Seiten angegriffen in Verwirrungkamen, und nach kurzem Widerstande die Fluchtnicht zu ihrem Lager, sondern zu ihren Schiffen nah-men. Mehr als sechstausend Todte ließen die Perserauf dem Schlachtfelde; unter diesen war Hippias. Aufder Flucht wurden noch mehrere niedergehauen als aufdem Schlachtfelde. Der Verlust der Athener bestand inhundert und zwey und neunzig Bürgern, unter diesenbefanden sich zwey Anführer, Kallimachus der Polemarch,und Stesilaus. Miltiades wurde verwundet. Die Sie-ger verfolgten die Flüchtlinge bis zum Meere, siedrangen sogar in die Schiffe, und eroberten sieben;mehrere wurden versenkt. Ein griechischer Soldat Cy-naegirus, der Bruder des Dichters Aeschylus, ergriffein Schiff, das vom Ufer stoßen wollte, und verlor dieHände, die mit der Axt abgehauen wurden. Justinsagt, er habe nach dem Verlust der Hände das Schiffmit den Zähnen ergriffen, aber diese Behauptung istungereimt. Die persische Flotte gieng nun unter Se-gel; Datis glaubte Athen von seinen Vertheidigern ent-blöst, er segelte um das Vorgebirge Sunnium, die äus-serste Spitze von Attica, und erschien vor dem HafenPhalerus. Aber die Athener hatten seine Absicht wahr-genommen. Sie zogen von dem Schlachtfelde nach ih-rer Vaterstadt und lagerten vor derselben bey Cyno-sarge. Als Datis seine Absicht vereitelt sah, kehrte ermit dem Rest seines Heeres nach Asien zurük.Das ganze Lager der Perser war die Beute derSieger; ſie fanden großen Reichthum an Gold undSü-.