Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
92
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Geschichte der Griechen,92welchem ihn die Reihe des Oberbefehls traf; er wähltedas Schlachtfeld an dem Abhang eines Hügels, nurzweitausend Schritte von dem Lager der Feinde. Denrechten Flügel der Athener befehligte der PolemarchKallimachus, auf dem linken standen die Plataeer, dasMitteltreffen stand unter Aristides und Themistocles.Miltiades war überall gegenwärtig. Er hatte dieNacht vor dem Treffen an den Orten Verhaue machenlassen, wo man den Angriff der persischen Reiterey be-sorgte. In dieser Waffenart waren die Perser vor-züglich geübt; bey dem Heere der Griechen scheint garkeine Reiterey gewesen zu seyn, da die Geschichtschrei-ber derselben nicht erwähnen.Die Stärke des griechischen Heeres war auf denbeiden Flügeln, das Mitteltreffen hingegen war schwä-cher. Miltiades vermuthete, die Perser würden alleKräfte anwenden, um sein schwaches Mitteltreffen zudurchbrechen, aber wenn dann seine beiden Flügel sieg-ten, konnten sie leicht den durch die Mitte vordringen-den Feind auf beiden Seiten angreifen, und den Aus-gang der Schlacht entscheiden. Datis, der Anführerder Perser, hatte erfahren, daß aus dem PeloponnesHülfstruppen im Anmarsch wären; er wollte, ver-trauend auf die überlegene Zahl seiner Truppen, dochlieber mit den Athenern allein schlagen, als die Ver-stärkung derselben erwarten. Er stellte also sein Heerin Schlachtordnung. Sobald die Athener dieses be-merkten, gaben sie das Zeichen zur Schlacht, und eil-ten mit ungewöhnlicher Kühnheit den Hügel herab zumAngriff der feindlichen Linien. Die Perser sahen diesfür Tollkühnheit an, allein die Athener zeigten ihnenbald, daß dieser heftige Angriff in ihrem Plane lag.Die Perser drangen zwar in das Mitteltreffen derAthener ein; Aristides und Themistokles widerstandenhier mit beispiellosem Muthe, aber sie wurden endlichdurch