Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
94
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Geschichte der Griechen,94Silber, an edlen Steinen, und an mancherlei Geräth-schaften asiatischer Pracht. Diese Schäze bewahrtenebst den Gefangenen Aristides. Arm und redlich wieer, konnten diese Kostbarkeiten keinem treueren Hüterübergeben werden. Der zehnte Theil der Beute wur-de dankbar den Göttern geweiht; das übrige als gerechterLohn des Verdienstes vertheilt. Die Körper der inder Schlacht Gefallenen wurden nach Athen geführt,mit feierlichem Pompe an der Strasse vor dem Meli-tischen Thore bestattet, und ihr Andenken durch jähr-lich wiederkehrende Feste erneuert. Von demselbenMarmor, den die Perser mitgebracht hatten, um aufden Ruinen Athens ein Siegesdenkmal zu errichten,ward in der Folge von den Athenern der Göttin Re-mesis ein Altar errichtet. Am Tage nach der Schlachtkamen zweitausend Lacedämonier zu Athen an; da sienoch nie persische Truppen gesehen hatten, zogen sienach Marathon. Hier sahen sie das Schlachtfeld mitTodten bedekt; sie prießen Athen und seine Helden,und kehrten in ihr Vaterland zurük.Der höchste Preis des Ruhmes gebührte ohneZweifel dem Miltiades. Er hatte den sinkenden Muthseiner Mitbürger zur Zuversicht erhoben, durch seineBeredsamkeit waren die schwankenden Maasregeln seinerMitbefehlshaber beseitigt, der Angriffskrieg, der alleindas Vaterland in dieser Lage retten konnte, war seinWerk, die Anordnung der Schlacht, und die ausgezeich-nete Tapferkeit, die er während dem Kampfe bewies,krönten ihn mit der öffentlichen Achtung, nicht nur sei-ner Vaterstadt, sondern des ganzen Griechenlandes.Dies war das höchste Ziel des Ehrgeizes der griechi-schen Heerführer. Athen, welches ohne andern Bei-stand, als jenen der tausend Platäer die Macht derPerser an diesem denkwürdigen Tage gebrochen, und,indem es sich selbst rettete, zugleich das Unglük desSklavenjoches von dem übrigen Griechenlande und vondem