Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

Geschichte der Griechen,90ligkeit, womit sie sich auf dem Schlachtfelde bewegten,den Persern weit überlegen. Der Kern der atheni-schen Truppen bestand aus einem in vollständiger eiser-ner Rüstung geharnischten Fußvolke, sie trugen am lin-ken Arm einen schweren Schild, mit starkem Eisen-blech überzogen, undurchdringlich den feindlichen Pfei-len und dem Wurfspiese. Ein kurzes schweres Schwerthieng an ihrer Seite, und in der Rechten trugen sieihre Hauptwaffe, den langen griechischen Speer, nebsteinem Wurfspiese. Ihre Phalaux war sechzehn Manntief, und die Länge derselben mit der Anzahl der Trup-pen im Verhältniß. Sie bildete eine undurchdringli-che Mauer gegen den Angriff der Reiterey. In derersten Reihe dieser Phalanx waren die tapfersten undstärksten Jünglinge aufgestellt; der gesezte Muth derälteren und erfahrnen Krieger schloß die lezte Reihe.In einem Kampfe, der durch persönliche Tapferkeit inden meisten Fällen entschieden wurde, mußte eine sogeordnete Schaar unwiderstehlich seyn. Das Heer derPerser, aus verschiedenen Völkern bestehend, die allemit ihren gewohnten Waffen fochten, war im Vergleichmit dem griechischen Heere nichts als ein zusammenge-raffter Haufe, dem es zwar weder an kriegerischemAnsehen noch an Muth fehlte, der aber wegen derverschiedenen jedem Volke eigenen Art zu fechten,schwer zu einer einstimmigen Bewegung zu bringenwar. Herodot erzählt uns die Namen der Völker,die in dem persischen Heere fochten, und ihrer Anfüh-rer, wo er den zehn Jahre später erfolgten Zug desXerxes beschreibt. Sie führten meistens leichte Schil-de, von Weiden, Rohr oder Binsen geflochten, dieKörper von einigen waren mit dünnen Blechen bedekt,aber diese Waffen konnten nicht mit jenen der Grie-chen verglichen werden, deren Uebergewicht sich baldin der Schlacht zeigte. Eben so verschieden warendie Gesinnungen in beiden Heeren. Die Perser kanntennicht