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89Zehnter Abschnitt.den Phociern und Böotiern, Beistand zu erhalten,denn sie lebten fast ohne Unterbrechung in gegenseiti-ger Feindschaft. Sie beschlossen zu der Zeit als diepersische Flotte an der Küste von Attica erschien, dieSparter mit der ganz Griechenland drohenden Gefahrbekannt zu machen. Die Sparter zogen ihre Völkerzusammen, und schienen bereit, die alte Feindschaft zuvergessen, und ihre Nebenbuhler zu unterstüzen, diejezt durch gemeinschaftliche Gefahr ihre Bundesgenos-sen geworden waren. Doch ein unerklärlicher alterAberglaube, nicht vor dem Vollmonde zu Felde zuziehen, verspätete und vereitelte die Hülfe. Die Athe-ner waren nun auf sich selbst und auf eine kleineSchaar von tausend auserlesenen Kriegern beschränkt,die ihnen von der Stadt Plataea gesandt wurde.Das Heer der Athener bestand nun aus zehntausendwohlgerüsteten Bürgern und einer wahrscheinlich vielgrößern Anzahl von Sklaven, denn es war bey denGriechen Sitte, in dringenden Fällen die Sklaven zubewaffnen. Sie konnten vielleicht ein größeres Heeraufstellen, allein die Klugheit gebot ihnen, die Haupt-stadt nicht ohne Schuz zu lassen; man hatte in derVersammlung der Bürger den Vorschlag gemacht, diePerser an den Mauern Athens zu erwarten, alleinman mußte befürchen, durch Hunger zur Uebergabegezwungen zu werden, da die persische Flotte die Zu-fuhr zur See sperren, und die große Uebermacht despersischen Heeres jede Hülfe vom Lande vereitelnkonnte. Mit Recht besorgten die Anführer, das Heerwürde den Muth verlieren, wenn man es in die Mau-ern der Stadt einschlöße, und Miltiades, der die Per-ser aus seinen frühern Feldzügen kannte, beseelte seineLandsleute mit allem Feuer, das die Liebe zur Freiheitund zu dem Vaterlande erregen konnte. Zudem wa-ren die Athener in der Art ihrer Rüstung, in der Ge-wandtheit die Waffen zu führen, und in der Schnel-liga